S-Bahn-Unfall macht Heimweg zur Odyssee

Waldacker ‐ Die S-Bahnlinie 2 war am Montagmittag stundenlang gesperrt, weil ein Zug in eine Schafherde gerast war. Für Bahnkunden aus Rödermark wurde die Heimfahrt von Offenbach deshalb zur Odyssee. Von Michael Löw

Ein Totalausfall, 18 Teilausfälle, 19 Verspätungen: So lautete die lapidare Bilanz der Bundespolizei nach dem S-Bahn-Unfall zwischen Bieber und Heusenstamm, bei dem am Montagmittag 27 Schafe getötet wurden. Für Annemarie Eck aus Waldacker haben sich diese Ausfälle und Verspätungen zu einer Odyssee entwickelt: weit mehr als drei Stunden brauchte sie über diverse Umwege von der Offenbacher Stadtmitte bis nach Hause.

So ist der Unfall mit der S-Bahn und den Schafen passiert:

S-Bahn fährt in Schafherde

An der S-Bahn-Station Marktplatz erfuhren die Fahrgäste auf der elektronischen Anzeigetafel, dass der 13.30 Uhr-Zug in Offenbach-Ost, also nur eine Station weiter, endet. Information über Ursache und Dauer der Störung haben die Wartenden vermisst. Der Fahrer der nächsten S-Bahn teilte Annemarie Eck wenigstens mit, dass die Störung wohl länger dauere und Busse ab Offenbach-Ost die S 2 ersetzen würde. Dort fanden Annemarie Eck und ihre Leidensgenossen aber nur Linien- und keine Ersatzbusse. Sie sollten in die nächste S 2 bis nach Bieber einsteigen, erfuhren sie nach einem Anruf bei einer Bahn-Servicenummer.

In Bieber kam nach längerer Wartezeit ein Bus, in den sich die Leute „wie die Heringe“ quetschten. Sofern sie - wie Annemarie Eck - überhaupt reinpassten. „Es ist eine Frechheit, wie Bahn und RMV mit ihren Kunden umgehen“, schimpft die Waldackerin.

Bahnsprecher Thorsten Sälinger bat auf Nachfrage unserer Zeitung gestern um Verständnis für die Pannen beim S-Bahn-Ersatz: „Wenn so ein Unfall passiert, müssen wir erst mal ein Unternehmen finden, das sein Personal und seine Busse rechtzeitig am Start hat.“

Quelle: op-online.de

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