Säbelfechter kämpft für Badehaus

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Walter Convents ist seit zwei Wochen neuer Leiter des Badehauses.

Urberach (lö) - Ein erfolgreicher ehemaliger Säbelfechter soll das Badehaus aus den roten Zahlen herauskämpfen. Walter Convents übernahm am 15. April die Leitung, gestern stellten ihn Erster Stadtrat Alexander Sturm (CDU) und Bürgermeister Roland Kern (AL) der Presse vor.

Der neue Chef will stärker mit den Pfunden des Badehauses wuchern: Bis zu 116 Stunden pro Woche und 360 Tage im Jahr sind Schwimmbad, Sauna und Wellnessbereich geöffnet, 30 Mitarbeiter bieten jedes Jahr rund 100.000 Besuchern den viel zitierten Urlaubstag vor der Haustür.

Convents hat Feinmechaniker gelernt, war acht Jahre bei der Bundeswehr, kämpfte 1972 bei den Olympischen Spielen in München für die deutschen Säbelfechter und stand bei vier Weltmeisterschaften auf der Planche.

Der sportlichen Karriere folgte eine in der PR-Branche: Convents gründete in Bonn eine Agentur, die unter anderem alle deutschen Eishockeyvereine sowie die meisten großen deutschen und europäischen Tanzturniere vermarktete. Für große Unternehmen wie den Autohersteller Huyndai oder Dekra erarbeitete er Sponsoring-Konzepte - sprich: Er konnte Geld aus gut gefüllten Töpfen öffentlichkeitswirksam zum Wohl von Gebern und Empfängern einsetzen.

„Schöne Herausforderung“

In seiner neuen Position sieht sich Convents einem Millionenloch, das er verkleinern soll, und hohen Erwartungen aus Bevölkerung und Politik gegenüber. Mit 62 Jahren suchte er nochmals „eine schöne Herausforderung und eine völlig neue Aufgabe“, bei der er sich beweisen könnte. Sieht man einmal von Bürgermeister und Erstem Stadtrat ab, ist der Job des Badehausleiters die am kritischsten beäugte Stelle im städtischen Gefüge.

Convents wird einerseits weiter nach Möglichkeiten zum Energiesparen oder zum effektiveren Personaleinsatz suchen. Vor allem aber will er nach draußen gehen: Über seine Kontakte zu Großunternehmen wie der Fraport oder Organisationen wie dem Deutschen Olympischen Sportbund will Walter Convents das Badehaus als Wellness-Oase fürs (Firmen-)Wohl bekannt machen. Zusätzliche Rödermärker Gäste will er zum Beispiel mit Walking- oder Radtouren locken, die am Badehaus beginnen und in der Sauna enden.

Sein Vorgänger Simon Nothhelfer hatte zum 31. März gekündigt - unter anderem wegen des ständigen Drucks aus der Politik.

Quelle: op-online.de

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