Bescheidene Konfirmation im Jahr 1944

Sammeltasse als Geschenk

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Vor 70 Jahren, mitten in Fliegerangriffen des Jahres 1944, ging Julie Borsbach (vorn in der Mitte) in Roth bei Nürnberg zur Konfirmation. Nun wurde sie von Pfarrer Oliver Mattes gemeinsam mit weiteren Jubel-Konfirmanden erneut gesegnet.

Urberach - Das gibt es nicht alle Tage: 70 Jahre Konfirmation konnte jetzt in der Petrusgemeinde gefeiert werden.

Wenn die Konfirmation 50, 60 oder sogar 70 Jahre zurückliegt, gibt es Grund zu feiern. Wenn die Rückschau erkennen lässt: Gott war da, auf den leichten und den schweren Wegen, gibt es Grund zu danken. Und es gibt einen guten Anlass, erneut wie damals schon bei der Konfirmation Gottes Segen für den weiteren Weg erneut zugesprochen zu bekommen.

Sieben Christen bekamen in der Petruskirche von Pfarrer Oliver Mattes ihren ganz persönlichen Segen: Edeltraud Köck (geborene Steiner), Heidemarie Mendes da Silva (geborene van Koll) sowie Edeltraud Rebel (geborene Steiner), alle drei aus Urberach, sowie Jürgen Klünder (damals Sangerhausen) anlässlich ihrer goldenen Konfirmation. Erneut gesegnet wurden ebenso Wiebke Hunnenberg (geborene Hansen, damals Rendsburg) sowie Ingrid Plenert (geborene Freiberg, damals Berlin) anlässlich ihrer Diamantenen Konfirmation nach 60 Jahren.

Die Älteste im Bunde war Julie Borsbach, geborene Späth, die im April 1944 in Roth bei Nürnberg konfirmiert worden war und nun ihre Gnaden-Konfirmation feierte. Lange Jahre sehr aktiv in den Gemeindegruppen so etwa in Waldacker, lebt sie seit vier Jahren in Urberach und beteiligt sich auch hier rege am Gemeindeleben.

Kommunionkinder und Konfirmanden des Jahres 2014

Kommunionkinder und Konfirmanden des Jahres 2014

„Es war eine schwere Zeit damals, für Feiern blieb nicht viel übrig“, erinnert sich Julie Borsbach an ihre Einsegnung in einem ganz schlichten Rahmen. „Es war zwischen Fliegerangriffen und wir hatten viel Angst.“ Dass es auch mit den Geschenken bei den Jubelkonfirmanden damals ganz anders aussah, hatte schon Pfarrer Mattes in seiner Ansprache betont: statt Smartphone, Laptop oder Spielekonsole waren damals bestickte Taschentücher, Kettchen, Gesangbücher oder Handtücher für die Aussteuer angesagt. „Ich bekam eine Sammeltasse und ein Töpfchen, das war alles“, erinnert sich Julie Borsbach, die dankbar dafür ist, dass sie ihre Gnadenkonfirmation bei guter Gesundheit feiern kann.

Sie zog es danach nach Hause, doch die anderen Jubilare trafen sich noch im Gemeindehaus, wo sie beim „Kaffee nach der Kirche“ über die alten Zeiten plauderten – im Schatten der neuen Fahne vor der Petruskirche, die verkündet: „Zum Glück gibt es den Segen!“ Die Jubelkonfirmanden durften ihn an diesem Tag ganz nah erfahren. 

chz

Quelle: op-online.de

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