Sanierung der Halle Urberach kostet 3,4 Millionen

Keine Flickschusterei betreiben

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Statt Flickenschusterei erwartet die Halle Urberach eine großangelegte Rundum-Erneuerung. 

Urberach - Die Sanierung der Halle Urberach kostet nach dem derzeitigen Stand der Dinge 3,4 Millionen Euro. Was die Stadt 2010 als so genannte Brandschutzertüchtigung mit Kosten von 1,4 Millionen Euro plante, wird zu einer zweieinhalb Mal so teuren Rumdum-Erneuerung.

CDU, AL, FDP und Freie Wähler stimmten der Magistratsvorlage zu. Die SPD enthielt sich.

Fast eine Stunde lang debattierte die Stadtverordnetenversammlung am Dienstagabend über die Sanierung der knapp 40 Jahre alten Halle. Nach der im Mai festgestellten Asbestbelastung (Mehrkosten: 400 .000 Euro) folgte am 21. September die nächste Hiobsbotschaft. Das Dach ist undicht; Regen hat die unter der Haut liegenden Spanplatten durchweicht, Wasser dringt ein.

Die Kommunalen Betriebe (KBR) ließen den Schaden von einem Sachverständigen prüfen und ermittelten die Reparaturkosten: nochmals 265 .000 Euro. Für den Austausch der maroden Reglitverglasung durch energiesparende Dreifach-Fenster sind weitere 180. 000 Euro nötig.

Weitere Ausbesserung wäre fahrlässig

„Es wäre fahrlässig, wenn wir nochmal zwei Jahre Flickschusterei betreiben“, begründete der Erste Stadtrat Jörg Rotter die Notwendigkeit der Reparaturen, die auch die Sprecher aller Fraktionen als „alternativlos“ bezeichneten.

Strittig war indes die Frage nach den Verantwortlichkeiten. Armin Lauer (SPD) und Manfred Rädlein (Freie Wähler), warfen der KBR-Spitze mangelnde Professionalität vor. Sie hätte sich bei einem Projekt dieser Größenordnung nicht nur auf die Aussage eines Architekten verlassen dürfen, sondern hätte von vornherein einen zweiten Experten zu Rate ziehen müssen. Lauer kritisierte zudem, dass die KBR die alten Wasserleitungen aus Zink nicht ausgetauscht haben. Rädlein hatte „handwerkliche Defizite bei der Überwachung“ ausgemacht.

Vorwürfe an den zuständigen Architekten

Trotzdem stimmten die Freien Wähler der 3,4 Millionen Euro teuren Sanierung zu, während sich die SPD enthielt. Was ihr den Vorwurf von Bürgermeister Roland Kern einbrachte, „sich aus der Verantwortung zurückzuziehen“.

Gerhard Schickel (AL) und Michael Gensert (CDU) stellten sich ausdrücklich hinter die KBR-Mitarbeiter. „Wir hatten Probleme mit der eingekauften Kompetenz. Da hat es möglicherweise ein Versagen gegeben“, warf Gensert dem ursprünglich mit dem Umbau beauftragten Architekten vor. Der habe sich um eine mögliche Asbestbelastung keine Gedanken gemacht.

Tobias Kruger (FDP) sprach die „derzeit handelnden Personen“ von Schuld frei: „Die Fehler wurden beim Bau vor 40 Jahren gemacht!“ Damit die Stadt künftig vor unliebsamen Überraschungen geschützt ist, forderte er, alle öffentlichen Gebäude alle 20 Jahre gründlich zu untersuchen. Prüfen sei billiger als reparieren

Apropos Überraschung: SPD-Mann Lauer orakelte nach der Sitzung in kleiner Runde, dass noch einiges auf die Stadt zukommen könnte. Er befürchtet, dass der hölzerne Hallenboden nach der Sanierung ein Sanierungsfall sein könnte.

(lö)

Quelle: op-online.de

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