Sattes Plus beim Boulevardtheater

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Umrahmt von Fachbereichsleiter Gregor Wade und Programm-Chef Dietmar Schrod: Rita Bihn, der gute Geist der Kulturhalle. Das Trio erläuterte, was die neue Spielzeit bringt.

Ober-Roden (chz) ‐ Vergleichsweise bescheidene 33 mal benötigte die Stadt im vorigen Jahr die Kulturhalle für Konzerte und Theater. Das sind nur rund vier Prozent von insgesamt 804 Belegungen. Die knapp 11.000 Besucher des Kulturprogramms bedeuten jedoch fast ein Fünftel der insgesamt 56.500 Besucher.

Kultur mobilisiert also viele Menschen. Und wenn über Rentabilitätszahlen gesprochen wird, so gilt es notgedrungen genau zwischen einnahmestarken und -schwachen Veranstaltungen abzuwägen, mahnte Kulturhallen-Spielleiter Dietmar Schrod einmal mehr in Richtung Politik. Angesichts von Millionenlöchern im Haushalt werden immer wieder Forderungen nach Einschnitten ins Kulturprogramm laut.

Gegenläufige Trends sind von den einzelnen Genres zu vermelden: Musical- und Showtheater mit zwei beziehungsweise drei Prozent Zuwachs und vor allem das Boulevardtheater mit 40 Prozent mehr Besuchern haben das vergangene Jahr gerettet. Zu verdanken ist dies wohl der Abonnementreihe „sortenreinen Boulevardangebot“.

Es gibt auch Sorgenkinder

Sorgenkinder sind dagegen die Sparte „Theater extra“ mit anspruchsvolleren oder ungewöhnlichen Stücken (drei Prozent Verlust), die Sonderveranstaltungen mit zwei Aufführungen und 13 Prozent weniger Besuchern. Das Kindertheater verlor 38 Prozent seiner Zuschauer. Dieser dramatische Schwund hat bereits zu intensiven Gesprächen mit Schulen und Kindergärten geführt, um Lösungen für die übernächste Spielzeit zu finden.

Gut 200.000 Euro Gesamteinnahmen aus den Kulturveranstaltungen stehen 202.000 Euro aus der Saison 2008/2009 gegenüber. Diesen leichten Rückgang trotz fast gleichbleibender Besucherzahlen führt die Stadt auf die große Zahl preisreduzierter Abonnements vor allem im Bereich Musical sowie auf Kinderermäßigungen zurück. Preiserhöhungen gab es seit über fünf Jahren nicht und soll es auch in der neuen Saison nicht geben.

Um eine noch bessere Auslastung und damit eine gute Kostendeckung der Halle zu erreichen, hat die Stadt in diesem Jahr einen neuen Weg gewählt: Zur traditionellen Vorstellung des Programms kamen ein kleiner Pausenimbiss und anschließend eine Live-Generalprobe der Oper „La Traviata“ dazu, dargeboten von der Compagnia d’Opera Italiana di Milano. Die hatte zuvor zwei Tage in Ober-Roden geprobt.

Über 1000 Anfragen

Angekündigt in Briefen an bisherige Abonnenten und in der Presse, war die Nachfrage überwältigend: Es gab über 1000 Anfragen, aber nur 720 Interessierte konnten sich über eine Zusage freuen – mehr geht beim besten Willen bei ausgefahrenem Orchestergraben nicht in die Halle. Begeistert über dieses Interesse, bei dem auch die Programmwerbung neue Wege mittels Videopräsentationen und Ausschnitten aus den angekündigten Stücken beschritt, zeigten sich die Verantwortlichen der Kulturhalle Rödermark - allen voran Gregor Wade, seit Januar Leiter des neuen Fachbereichs 5, in dem die Stabstellen Kultur und Vereine zusammengelegt wurden.

Blumig aus seinem reichhaltigen Wissen heraus präsentierte Programmchef Dietmar Schrod das neue Angebot und verlockte damit zum raschen Handeln – viele Gäste nutzten die Umbaupause nach der Programmpräsentation, um sich im Foyer bei den hilfsbereiten Mitarbeiterinnen des Kulturamtes gleich bei der Abonnementanmeldung helfen zu lassen, ehe sie das große Erlebnis „La Traviata“ genossen.

Stadt beginnt Vorverkauf für die Spielzeit 2010/2011

Vier Abonnementreihen mit jeweils vier Veranstaltungen locken in der Theatersaison 2010/2011, die am 1. Oktober beginnt, in Kulturhalle und Kelterscheune: Musical und Show, etwa mit „Tribute to the Blues Brothers“, Musiktheater mit „Bettelstudent“ und „Barbier von Sevilla“, dazu Theater Boulevard und „Theater extra“ sowie sechs Sonderveranstaltungen.

Die großen Publikumsmagneten sind hier voraussichtlich wieder das Neujahrskonzert mit dem Budapester Johann-Strauß-Orchester, das Traumtheater Salome, der Auftritt der „12 Tenöre“ oder Walter Renneisen. Freunden des anspruchsvollen Theaters präsentiert die Stadt die „Schachnovelle“ Das Kindertheaterprogramm wurde mangels Zuspruchs in diesem Jahr gestrichen.

Weitere Informationen zu den Veranstaltungen gibt es im neuen Programmheft oder online.

Das Standardabo bietet seinen Inhabern 15 bis 20 Prozent Ermäßigung und feste Plätze. Mit einer großen Auswahl, Flexibilität bestmöglichen Plätzen und zehn Prozent Preisvorteil wirbt die Kulturhalle für ihr Wahlabo. Zusätzliche Sonderveranstaltungen und zehn Prozent Rabatt sprechen für das Abo Plus. Alle drei Aboreihen haben den Vorteil des sofortigen vorgezogenen Verkaufs; der Einzelkartenverkauf beginnt erst am 16. August.

Abonnements und Einzelkarten sind im Kulturbüro (erster Stock der Kulturhalle), Dieburger Straße 27 zu haben. Es hat montags bis donnerstags von 8 Uhr bis 12 Uhr und mittwochs zusätzlich von 15 bis 18 Uhr offen; Ansprechpartnerinnen sind Rita Bien (Tel.: 06074 911-655) und Angelika Schramm ( -653). Interessenten können Karten auch per Fax bestellen: 06074 911-666.

Quelle: op-online.de

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