Satzung zur Ortskerngestaltung vor dem Aus?

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Es wird nicht gebaut gegen den Widerstand der Anwohner - das meint der Bürggermeister Rödermarks, Roland Kern.

Ober-Roden ‐ Gegen den Widerstand der Betroffenen werde die Stadt Rödermark keine Gestaltungssatzung für die Ortsmitte Ober-Rodens erlassen. Lehnen die Anwohner Vorschriften ab, reichen auch Empfehlungen, erklärte Bürgermeister Roland Kern (AL). Von Michael Löw

Wandert die umstrittene Gestaltungssatzung jetzt doch in die Altpapiertonne, wie dies zahlreiche Haus- und Grundstücksbesitzer aus der Ortsmitte fordern? Die Stadt wolle niemanden zwangsbeglücken, erklärte Bürgermeister Kern.

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Kein Bürger soll überrumpelt werden, und es wird auch nicht über die Köpfe der Anwohner hinweg entschieden, versicherte Kern den Kritikern des Satzungsentwurfes. Die jetzt für den 27. Januar anberaumte öffentliche Anhörung sei „von Anfang an ein wesentlicher Bestandteil des Entscheidungsfindungsprozesses gewesen“. Bis dahin kann sich jeder Bürger im Rathaus über den Entwurf informieren.

Die Verwaltung habe im Auftrag des Stadtparlaments (einstimmiger Beschluss vom 18. Juni 2008, Anmerkung der Redaktion) ein Konzept erarbeitet, das in weiterer Diskussion auf den Prüfstand gestellt wird. Daher hat auch der Magistrat noch keine Entscheidung für oder gegen eine Satzung getroffen. Erst nach der Anhörung soll  entschieden werden, wie es weitergeht. „Das ist Sache der Stadtverordnetenversammlung“, sagte Kern.

„Grundsätzlich befürworten wir nach wie vor eine Gestaltungssatzung“, erklärte gestern die Andere Liste (AL). Nur so könne vermieden werden, dass sich zu Recht beklagte Bausünden der Vergangenheit wiederholen; nur so könne die Substanz der Ortsmitte erhalten und langfristig aufgewertet werden. Allerdings schränkt die AL ein, dass dies nicht gegen den Willen der Bevölkerung geschehen dürfe. Sollte sich die ablehnende Haltung der Ortskernbewohner nicht bei der Bürgeranhörung Ende Januar ändern, werde es Zeit, die Reißleine zu ziehen und sich auf eine Gestaltungsfibel mit Empfehlungen zu beschränken.

Quelle: op-online.de

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