Straßenname für Zentrumspolitiker

Schilder würdigen Erich Klausener

+
In Urberach erinnern wieder Straßenschilder an Erich Klausener, der seinen Widerstand gegen das Nazi-Regime 1934 mit dem Leben bezahlte. Karl Peter Sturm hatte die Umbenennung der Klausnerstraße angeregt.

Urberach - Die Klausenerstraße, die seit der Gebietsreform nur noch Klausnerstraße hieß, trägt wieder ihren richtigen Namen und erinnert nach 36 Jahren an den 1934 ermordeten Nazi-Gegner Erich Klausener.

Wo auch immer das kleine „e“ hingekommen sein mag: Es ist wieder da und macht Erich Klausener mit dem Schild Klausenerstraße wieder zu dem, was er einst war - ein mutiger Widerstandskämpfer, über den es sich zu sprechen lohnt. Am 30. Juni 1934 ließ Hitler den führenden Kopf des politischen Katholizismus ermorden.

Niemand konnte den Verlust des „e“ bei der kleinen Feierstunde an der Ecke der Klausener- mit der Geschwister-Scholl-Straße noch nachvollziehen; manche der Anwesenden erinnerten sich, dass es vor der Stadtwerdung noch da war. Karl Sturm war der Fehler kurz vor Ostern aufgefallen. Mit Hilfe unserer Zeitung hatte er in Parlament und Magistrat auf eine Rückkehr zum alten Namen gedrungen und hatte letzlich Erfolg. Am 7. Mai beschloss die Stadtverordnetenversammlung einstimmig die Umbenennung. Worauf Sturm versprach, sich an den Kosten zu beteiligen.

Lebendige Einweihung

Die Einweihung war für Bürgermeister Roland Kern und für Karl Sturm ein guter Grund, noch einmal an die in Straßennamen lebendig gehaltenen Widerstandskämpfer zu erinnern. Neben Erich Klausener waren dies die Geschwister Scholl und Carl Friedrich Goerdeler, an deren Lebens- und Sterbedaten nun wieder kleine Schilder unter den Straßennamen erinnern.

„Eine fortwährende Verpflichtung“, so Bürgermeister Roland Kern, sei es für uns alle, denn „nur so, indem wir ihrer auch im Alltag gedenken, werden wir ihrem mutigen Leben gerecht.“

Früher erinnerte auch einmal ein Straßenname an den Kommunistenführer Ernst Thälmann, sagte Sigrid Koppey. Der Vorsitzende der Kommunistischen Partei Deutschland starb im August 1944 im Konzentrationslager Buchenau. Sein Schild sei dann aber „ohne rechten Grund“ 1977 beim Zusammenschluss von Urberach und Ober-Roden zu Rödermark „plötzlich entsorgt“ worden. Die rege Diskussion darüber ließ zu Füßen des „Klausenerstraße“-Schildes die Geschichte wieder lebendig werden.

Die meistgesuchten Nazi-Verbrecher

Die meistgesuchten Nazi-Verbrecher

chz

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare