Schlichterin ohne Stallgeruch

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Andrea Zbiral-Müller wurde von der Stadtverordnetenversammlung zur Schiedsfrau von Ober-Roden gewählt. Sie tritt am 1. Oktober die Nachfolge des früheren Parlamentsvorstehers Bernd Reuter an, der das Ehrenamt nach 15 Jahren abgibt. Karl Hechler wurde zum Stellvertreter von Andrea Zbiral-Müller gewählt. Er löst Karin Tiedt ab.

Rödermark (lö) - Andrea Zbiral-Müller, eine Juristin ohne politische Vergangenheit, ist Ober-Rodens neue Schiedsfrau. Die Stadtverordnetenversammlung wählte sie bei nur drei Gegenstimmen und einer Enthaltung. Ihr Stellvertreter ist Karl Hechler.

Die Amtszeit der beiden beginnt am 1. Oktober. Ihre Wahl muss allerdings noch am Amtsgericht Langen bestätigt werden - in der Regel eine Formsache.

Die Wahl der Schiedsperson - so heißt das Ehrenamt in politisch korrekter Geschlechterneutralität - war in Rödermark über Jahrzehnte ein Politikum. Die Parlamentsmehrheit bestimmte einen Kandidaten - in der Regel einen ehemaligen Stadtrat oder Stadtverordneten. Was keinesfalls heißen soll, dass Andrea Zbiral-Müllers Vorgänger Bernd Reuter (CDU) oder Kurt Krummholz (SPD beziehungsweise Engelbert Beckmann (CDU) in Urberach ihre Arbeit parteiisch erledigt haben.

Doch der Streit bei der Nominierung und Wahlen mit knapper Mehrheit hinterließen einen faden Beigeschmack. Was das Schlichten nachbarschaftlicher Auseinandersetzungen für die Betroffenen erschwerte.

„Hervorragende, fast überragende Qualitäten“

Mit Andrea Müller-Zbiral (40) bewarb sich erstmals eine echte Bürgerin für diese Aufgabe. „Sie hat hervorragende, fast überragende Qualitäten“, würdigte der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Gensert die Kandidatin geradezu überschwänglich und sicherte ihr die Unterstützung der CDU/AL-Koalition zu. Als Juristin und ausgebildete Mediatorin in einem großen Unternehmen bringe sie die „denkbar beste Qualifikation“ mit.

Ober-Rodens neuer stellvertretender Schiedsmann Karl Hechler (67) hat zumindest ein bisschen politischen Stallgeruch. Er kandidierte bei der Kommunalwahl im März auf der Liste der SPD. Viele Ober-Röder kennen den Rentner allerdings von seinem Engagement beim Naturschutzbund. Er wurde einstimmig gewählt.

Ganz ohne Streit ging aber auch diese Wahl der Schiedspersonen nicht über die Bühne. SPD und Freie Wähler klagten, sie hätten die Unterlagen der Bewerber zu spät bekommen. Was Bürgermeister Roland Kern mit dem Hinweis auf Informationen im Ältestenrat schon vor zwei Wochen konterte.

Die Freien Wähler nominierten mit Siegfried Kupczok einen Gegenkandidaten zu Andrea Zbiral-Müller. Der 69-Jährige, der zu den Organisatoren des „wumboR“-Laufs gehört, erhielt jedoch nur drei Stimmen.

Quelle: op-online.de

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