Ober-Röder lässt sich vom Angebot eines Onlinebetrügers blenden

Schnäppchen beinahe teuer bezahlt

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Symbolbild

Ober-Roden - Betrüger versuchen, mit seriös wirkenden Seiten im Internet schnelle Kasse zu machen. Roland Lenz ist auf so ein Unternehmen reingefallen, fast 440 Euro wäre er um ein Haar losgeworden. Er hatte aber Glück und bekam sein Geld zurück.

Kaffeevollautomaten, Grills und andere hochwertige Elektrogeräte zu guten Preisen ohne Phantasierabatte: Die Homepage eines Elektromarktes mit Sitz in München stach Roland Lenz ins Auge. „Alles sah richtig professionell aus“, erklärt Lenz, warum er ohne langes Zögern einen Kaffeevollautomaten bestellte, der von 549 auf 439,20 Euro reduziert war. Übersichtliche Hinweise auf Datenschutz, Widerrufsrecht und Rückgabemöglichkeiten taten ihr Übriges. Roland Lenz musste sich für die Bestellung anmelden und wurde darüber informiert, dass er das Geld vorab an einen Online-Bezahldienst überweisen sollte. Den kennt Lenz als seriös, das Verfahren ist bei Einkäufen im Internet gang und gäbe.

Nachdem er gezahlt hatte, konnte er die Rechnung ausdrucken - und wurde stutzig. Die sah nämlich aus wie mit einem Anfänger-Layoutprogramm gestylt. Der Elektromarkt hatte auf einmal keine Adresse mehr, die Mehrwertsteuer fehlte ebenfalls. Auf die Bestätigungs-E-Mail, die beim Online-Einkauf üblich ist, wartete Lenz vergebens.

Der Blick auf seinen Kontoauszug bestätigte den Verdacht, dass er einem Betrüger aufgesessen war: Die Überweisung ging nicht nach München, sondern nach Ungarn. Beim Anruf auf der abgeblichen Kundenhotline bekam Lenz nur Musik zu hören. Er rief sogar den Nachbarn der Firmenadresse in München an: Dort kannte man den Elektromarkt nicht. Eine Verbraucherorganisation überprüfte auf Lenz" Initiative die Daten und fand heraus, dass die Angebote erst seit wenigen Tagen durchs Internet geisterten, der Markt aber nicht existiert.

Wofür die Deutschen ihr Geld ausgeben

Das Roland Lenz seine 439,20 Euro wiederbekam, lag am Bestell- und Überweisungsdatum: Er bat seine Bank, die Rechnung zu stornieren, was normalerweise nur bei Lastschriften funktioniert. Da die Bank aber wegen des Wochenendes das Geld noch nicht gebucht hatte, war die Stornierung möglich. 16 Euro Bankgebühren waren das einzige Lehrgeld, das Roland Lenz bezahlt hat.

Trotz des geringen Schadens will Roland Lenz Anzeige erstatten. Sein Appell an alle Online-Einkäufer ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit: Vorsicht vor allzu verlockenden Schnäppchen! Vielleicht liegt"s ja am hartnäckigen Nachbohren von Lenz: Seit gestern ist die Seite des dubiosen Elektromarktes verschwunden. Der Nachfolger dürfte aber nicht lange auf sich warten lassen. (lö)

Quelle: op-online.de

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