Schnitzeljagd mit dem GPS-Gerät

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Selbst alte Munitionskisten dienen als Versteck. Marc und Heiko fanden darin Krimskrams. Beim Geocaching ist allerdings auch der Weg das Ziel - und nicht allein der gefundene „Schatz“.

Rödermark (rob) - Ein neuer Freizeitspaß in der freien Natur findet immer mehr Anhänger: Geocaching. Dabei nutzt man das Global Positioning System (GPS), um Caches (Verstecke, Speicher, geheime Lager) zu finden.

Häufig sind die Caches an Orten von besonderem Reiz versteckt: Waldlichtungen, Brücken, Denkmäler. Rings um Rödermark finden sich etwa 100 Verstecke.

Das naturnahe Hobby kommt aus den USA. Das Internet und die inzwischen erschwingliche GPS-Technologie ermöglichen es, die Koordinaten der Verstecke einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen und die Caches auf den Meter genau zu finden.

Auf der Internetseite des Geocaching-Portals www.geocaching.com kann man lesen, dass es weltweit 1 462 932 aktive Geocaches gibt. Mehr als fünf Millionen Schatzsucher sind dort registriert.

Mitspielen kann jeder. Einschlägige Portale empfehlen, als Versteck-Boxen wasserdichte Kunststoffdosen zu verwenden. In den Behälter legen die Spieler ein Logbuch, in das sich spätere Finder eintragen können. Zudem kann ein „Schatz“ in den Behälter gelegt werden. Oft sind das Münzen, Spielfiguren und ähnliche Gegenstände. Im Internet finden sich Vordrucke zum Herunterladen, die das Geocachen kurz erläutern. Dies soll verhindern, dass ein zufälliger Finder den Cache entfernt oder zerstört. Unwissende nennt man in der Szene übrigens „Muggel“, angelehnt an die Buchreihe „Harry Potter“ in der normale Menschen, die keine Zauberer sind, als „Muggel“ bezeichnet werden.

Varianten des Geochang

Ist der Cache versteckt, wird man „Owner“ (Besitzer). Die Geocacher veröffentlichen dann die Koordinaten des Schatzes auf einem Geocachingportal. Mitspieler können dann zusätzliche Informationen angeben. Wichtige Parameter sind hier die Schwierigkeit des Geländes, die Größe des Behälters und die Art des Caches.

Es wird unterschieden zwischen „Traditional Cache“, der recht einfach über die GPS Koordinaten gefunden werden kann. Ein „Multicache“ hingegen besteht aus vielen kleinen einzelnen Stationen, an denen die Koordinaten zum jeweils nächsten Cache zu finden sind.

Für Rätselfreunde gibt es den „Mystery-Cache“, bei dem im Internet das Versteck nur ungenau angegeben ist. Vor Ort ist dann ein Rätsel zu knacken, dessen Lösung zum Versteck führt. Manchmal ist dabei sogar Spezialausrüstung (Boot, Schnorchel oder Kletter-Ausrüstung) erforderlich. Die moderne Schnitzeljagd wird immer populärer. Hartmut Schulz, Verkäufer in einem Jügesheimer Outdoor- Geschäft, kennt die Motive der Schatzsucher. „Die einen locken ihre Kinder damit vor die Tür, für sie ist das Suchen von Schätzen interessanter als reines Spazierengehen. Die anderen finden besonderen Gefallen an der Herausforderung.“

Ist ein Geocache gefunden, verewigt sich der Finder im Logbuch und entnimmt den Schatz - allerdings nur, wenn er dafür etwas Gleichwertiges hinein legt. Zuhause haben Spieler dann am PC die Möglichkeit, den Fund zu bekannt zu machen und Kritik oder ein Lob auszusprechen.

Quelle: op-online.de

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