Schön gemacht in zwei Stunden

+
Die Instrumente fest im Griff und die Tanzstiefel über der Schulter: das Ober-Röder TG-Prinzenpaar Patricia I. und Michael I. lebt sein Motto wirklich: „Musik und Garde – Aschermittwoch kann warte!“

Ober-Roden ‐ Unsere Zeitung befragte das Prinzenpaar der Turngemeinde Ober-Roden, Patricia Schierz und Michael Langhammer, wie es ihnen nach vier närrischen Wochen und kurz vor der Zielgerade ergeht. Von Christine Ziesecke

Wie viele Termine haben Sie denn schon hinter sich, was liegt noch vor Ihnen?

Patricia: Bei zwölf offiziellen Terminen sind wir schon aufgetreten, davon zwei außerhalb Rödermarks in Eppertshausen und Frankfurt.

Michael: Und rund 15 liegen noch vor uns - neben Vereinen und Kindergärten allem voran der Rathaussturm am heutigen Samstag und der Orwischer Fastnachtszug am Montag.

Und wie viele Orden haben Sie schon bekommen?

Patricia: Bisher sind‘s 16, wir können sie leider nicht immer alle tragen.

Wie lange braucht eine Prinzessin für ihre Schönheit?

Vom Duschen bis zum letzten Hauch Parfüm knapp zwei Stunden. Bei meinen kurzen Haaren geht das recht zügig.

Frisuren à la TG-Chef Kalli Weber?

Nein, ich habe meine eigene Friseurin dabei, Freundin Susi, weil ich sie zwischendrin auch brauche. Nämlich wenn ich tanze und dann wieder in die Robe schlüpfe.

Trägt ein Prinz Make up?

Nein - hier überzeugt natürliche Schönheit!

Und was passiert, wenn die Schönheit im Eifer närrischer Abende leidet? Der berühmte Rotweinfleck etwa?

Patricia: Bei uns wär's mehr der Jägermeister als der Rotwein, aber bis jetzt ging‘s recht gut. Nur die Nässe und der Schnee von unten setzen meinem Kleid oft zu. Aber dann liefere ich es zu Hause bei Mamas Waschmaschine ab und bekomm's am nächsten Tag sauber zurück!

Michael: Bisher keine Probleme, bis auf einen Fleck in der Strumpfhose!

Hat ein Prinz ein Portemonnaie dabei, wenn er auf seinem Thron sitzt?

Eigentlich braucht er es nicht. Denn wenn der Mundschenk dabei ist, bekommt er notfalls das Geld übergeben. Aber in dieser schicken kurzen Pumphose hab ich immer eine kleine Geldbörse dabei.

Wie teuer ist so eine Regentschaft wirklich?

Patricia: Das ist bei weitem nicht so heftig, wie das nach außen wirkt. Wir hatten ja sonst im Fasching auch erhöhte Ausgaben.

Michael: Während der Kampagne bekommen wir sehr viel spendiert - vom Verein, von den Gastvereinen, von Freunden oder Verwandten; mehr als wir trinken können und wollen. Was ein Prinzenpaar selbst bezahlt, ist neben dem Fahnehissen und dem Prinzenwecken bei uns daheim vor allem das Kleid. Meine Garderobe ist ja aus dem tradierten Fundus.

Was haben Sie bisher besonders Unerwartetes oder Originelles erlebt?

Patricia: Der Auftritt der Playback-Mannschaft beim Kappenabend unseres Musikvereins, die mich auf die Bühne holte und ein auf mich umgetextetes Lied „Patricia“ sang - das hat mich schon bewegt.

Michael: Als bei der dritten TG-Sitzung Mundschenk Matthias Schrod plötzlich als „Prinzessin Mazda die Letzte“ verkleidet die Stelle an meiner Seite einnahm, während Patricia auf der Bühne tanzte - das hat mich völlig überrascht.

Würden Sie - wenn es ginge - noch einmal den Ober-Röder Thron besteigen?

Sofort wieder! Wir haben schon mit den letztjährigen Regenten, dem Ehepaar Köhl, gemeinsam beschlossen: wenn's nach uns ginge, würden wir‘s alle Jahre im Wechsel machen! So schön fanden wir's beide! Aber nach uns geht's leider nicht!

Quelle: op-online.de

Kommentare