Dana Grahams Romane tauchen in der Amazon-Hitliste weit vorne auf

Rödermärker Autorin hat schon 130 000 Bücher verkauft

Der Wohnzimmertisch ist fast schon zu klein für die vielen Bücher, die die Rödermärker Autorin Dana Graham geschrieben hat. Ihre Romane würden zusammen mit der für die Recherche nötige Literatur eine kleine Bibliothek füllen. Das neueste Werk „Sohn der Unterwelt“ spielt in der griechischen Mythologie.
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Rödermark: Der Wohnzimmertisch ist fast schon zu klein für die vielen Bücher, die Dana Graham geschrieben hat. Ihre Romane würden zusammen mit der für die Recherche nötige Literatur eine kleine Bibliothek füllen. Das neueste Werk „Sohn der Unterwelt“ spielt in der griechischen Mythologie.

Normalerweise wäre Dana Graham aus Rödermark in diesen Tagen häufiger in den Frankfurter Messehallen als daheim in Ober-Roden. Bei der Buchmesse würde sie ihre Romane erst dem Fach- und dann dem „normalen“ Publikum vorstellen, mit anderen Autoren netzwerken oder ihre Geschichten vorlesen. Diese persönlichen Kontakte liegen ihr am Herzen, doch während der Corona-Pandemie ist eine live im Internet übertragene Vorlesung das höchste der Gefühle.

Rödermark – Dana Graham schreibt seit fast zehn Jahren über Ritter und Prinzessinnen, Helden und Bösewichte, Intrigen, Liebeleien, Rache und alte Geheimnisse – quer durch diverse Epochen. Dana Graham ist das Pseudonym von Anja Diegel aus Ober-Roden. Sie ist Förderschullehrerin und an einer Grundschule im Bereich inklusiver Unterricht und Beratung tätig. Also ein ganz und gar bodenständiger Beruf, weit entfernt von der Phantasiewelt ihrer Romane.

Die haben ein treues, überwiegend weibliches Publikum. 130 000 gedruckte und digitale Bücher hat Dana Graham inzwischen verkauft. Den Erfolg verdankt sie zwei Dingen.

Die „Regency-Roses“-Reihe katapultierte Dana Graham weit nach oben. Das England des frühen 19. Jahrhunderts verkauft sich bestens – allein das erste Buch 20 000 mal. Die strikten Regeln dieser Zeit gelten nicht nur für die handelnden Personen. „Auch die Autorin muss wissen, wie man den Sohn eines Dukes korrekt anspricht. Selbst kleinste Fehler merken Hardcore-Fans sofort“, ist sich Dana Graham der großen Aufmerksamkeit bewusst. Damit’s kein Gemecker gibt, wühlte sie sich durch ein knapp 350-seitiges Sachbuch auf Englisch, das diese Epoche regelrecht seziert.

Erfolgsfaktor Nummer zwei ist Dana Grahams überraschend unkomplizierte Zusammenarbeit mit dem Internetriesen Amazon. Anfangs bot sie ihre Bücher auf verschiedenen Plattformen an. Diese Vielfalt hätte die Autorin Dana Graham ihren Leserinnen auch gerne gelassen. Doch nach Ansicht der Verlegerin Dana Graham war dieses Verzetteln unwirtschaftlich. Ihre digitalen Bücher gibt es nur noch bei Amazon: „Die belohnen Exklusivität!“

Denn die Ober-Röder Autorin hat es ins Premium-Segment „Kindle unlimited“ geschafft. Dort kann man für ein paar Cent auch einzelne Seiten lesen, und jeder Aufruf lässt den Roman in der Hitliste klettern.

Das Wort „detailversessen“ nimmt Dana Graham als Kompliment auf. Von Beginn ihrer Schriftstellerkarriere an musste jede Kleinigkeit stimmen. Für ihren Zeitreise-Roman „Verliebt in einen Ritter“ trainierte sie auf der Ronneburg Schwertkampf. Einen historischen Stadtplan in der Hand durchstreifte sie den Londoner Stadtteil Mayfair, den Schauplatz der „Regency-Roses“.

Von der englischen High Society hatte Dana Graham nach drei Romanen erst einmal genug. Sie zog’s in die griechische Mythologie. „Sohn der Unterwelt“ heißt ihr neues Buch, das natürlich ebenfalls penibler Recherche bedurfte. Es spielt in der antiken griechischen Sagenwelt und erzählt die Geschichte des Halbgottes Kryos, der sich zwischen einem Platz im Olymp und der Liebe zu einer Irdischen entscheiden muss. Stundenlang stöberte Dana Graham in der griechischen Abteilung des Britschen Museums in London.

Dana Graham veröffentlicht alle ihre Bücher als „Selfpublisherin“, also als unabhängige Autorin ohne Verlag. Von der mitunter hemdsärmeligen Indie-Szene unterscheidet sie sich nicht nur durch die Verkaufszahlen. Professionalität ist oberstes Gebot, auch für eine Lehrerin ist ein Lektorat Pflicht. Den Umschlag gestaltet eine Designerin, jede Seite wird auf optische Unstimmigkeiten gecheckt. Rund 4 500 Euro haben diese und andere Dienstleistungen für den „Sohn der Unterwelt“ gekostet.

Und was kommt als Nächstes? Nach mehreren Monaten Schreibpause zieht’s Dana Graham in die englischen Ballsäle zurück, sie nimmt „Regency-Roses IV“ in Angriff. Warum auch nicht? Die erste „Regency-Rose“ schaffte es in die Top 30 der Amazon-Leseliste. Das hebt sie mächtig aus der rührigen Rödermärker Literatenszene heraus. (Von Michael Löw)

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