Schule an den Linden

Kundschaft mit hohen Ansprüchen

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Förderverein der Schule an den Linden trägt Forderungen von Eltern, Kindern und dem Land mit professioneller Leitung Rechnung. Vorstand befürchtet neuen Engpass in der Betreuung. Schulfördervereine müssen immer höheren Anforderungen gerecht werden. So verlangen Eltern Rohkost und anderes gesundes Essen. Und die Kinder greifen auch tatsächlich bei Paprika und Gurken kräftig zu - nicht nur, wenn Hans-Jörg Vetter vom Vorstand des Fördervereins der Urberacher Schule an den Linden am Tisch steht.

Urberach - Förderverein der Schule an den Linden trägt Forderungen von Eltern, Kindern und dem Land mit professioneller Leitung Rechnung. Vorstand befürchtet neuen Engpass in der Betreuung.

Eltern, die ihre Kinder neu für eine Betreuung an der Schule an den Linden anmelden, müssen auch dieses Jahr mit Wartezeiten und Absagen rechnen. 130 Erst- bis Viertklässler haben in der Betreuung Platz. Doch Hans-Jörg Vetter vom Vorstand des Fördervereins geht fest davon aus, dass der Bedarf weit größer ist.

„Unser oberstes Ziel ist es, allen Eltern zu helfen“, sagt Vetter und verweist auf den Kraftakt aus dem vorigen Schuljahr. Im März hatte der Förderverein zunächst keine neuen Betreuungskinder mehr aufgenommen, weil Räume fehlten. Am Ende kamen alle Kinder unter, weil Förderverein, Elternbeirat und Schulleitung an einem Strang zogen. Außerdem versorgte die Stadt Härtefälle.

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Engpass fürs Erste beseitigt

Voriges Jahr machte Platzmangel dem Förderverein zu schaffen. Jetzt ist’s der Trend zur Vollbetreuung, der ihn personell an seine Grenzen bringt: Immer mehr Kinder bleiben an allen fünf Werktagen bis 17 Uhr in der Schule. Eltern übertragen dem Verein immer mehr Erziehungsaufgaben, zugleich steigt die Zahl auffälliger Kinder. So berichtete unsere Zeitung am Donnerstag, dass hessenweit knapp 23 Prozent der Erstklässler eine sprachtherapeutische Behandlung brauchen. Da ist auch Urberach längst keine Insel der Glückseligen mehr.

Steigende Anforderungen

Steigenden Anforderungen will und muss der Förderverein mit mehr Professionalisierung Rechnung tragen. Der Vorstand sucht eine pädagogische Leiterin. Sie soll Schnittstelle zwischen der ehrenamtlich tätigen Vereinsspitze und den zwölf bezahlten Betreuungskräften sein. Mit ihnen, so Vetter, habe sich der Vorstand lange um eine interne Lösung bemüht, kam aber zu dem Ergebnis: „Mit unseren personellen Ressourcen ist das nicht zu machen!“

Eine pädagogische Leiterin - zum Beispiel eine Sozialpädagogin, Lehrerin oder Erzieherin - soll den Förderverein auch fit für die Herkulesaufgabe Ganztagsschule machen. Das Land fordert, die beschauliche Schulküche zu einem Bistro mit breit gefächertem Angebot, besser noch zu einer Mensa, auszubauen. Hans-Jörg Vetter hat darüber auch schon mit Bürgermeister Roland Kern und dem Ersten Stadtrat Jörg Rotter verhandelt. Derzeit versorgt der Förderverein gerade mal 65 seiner 130 Kinder pro Tag mit einem warmen Mittagessen.

Doch bevor der Förderverein Zukunftspläne schmiedet, muss er die Betreuung im Schuljahr 2014/2015 regeln. Vetter appelliert an alle Urberacher Eltern, ihre Kinder jetzt schon anzumelden, obwohl noch gar nicht klar ist, wie viel Schüler die Betreuung im Sommer verlassen. Doch nur, wenn der Bedarf klar sei, hätten Verein und Eltern Planungssicherheit. Die muss nicht unbedingt jedeFamilie zufrieden stellen. „Wir kriegen wahrscheinlich nicht alle Kinder unter“, spricht Vetter Klartext. Aber diese Sorge hatte der Förderverein im vorigen März schon einmal... 

Quelle: op-online.de

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