Der Schule Profil verliehen

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Thomas Kuhn

Ober-Roden - (lö) Für Thomas Kuhn enden die Sommerferien schon morgen, am 1. August beginnt für den künftigen Ex-Lehrer aus Ober-Roden das Pensionärsdasein. Nach 36 Jahren geht er in den Ruhestand.

Zuletzt war er Leiter des Aufgabenfeldes Gesellschaftswissenschaften an der Nell-Breuning-Schule (NBS). Kuhn ist indes nicht der einzige leitende Angestellte, der die NBS verlässt. Mit ihm gehen Reinhold Glaser, Stufenleiter der Klassen 5 bis 7, und seine Frau Ilse Kuhn-Frodeno, die langjährige Fachsprecherin Deutsch und Gesellschaftslehre - diese beiden sind jetzt in Altersteilzeit.

Neu-Pensionär Thomas Kuhn (64) studierte in München unter anderem Theologie. 1973 fing er als Referendar an der damaligen Rodgauschule in der Kapellenstraße an. Ein paar Jahre unterrichtete er an der integrierten Gesamtschule in Nieder-Roden. 1994, mit dem Start der Oberstufe, fand er an der NBS seine endgültige berufliche Heimat.

Sein reformorientierter pädagogischer Ansatz trug zum guten Image unserer Schule, vor allem auch der Oberstufe, entscheidend bei. Gemeinsamer Unterricht, individuelle Förderung des Einzelnen, die Beibehaltung der integrierten Schulform in der Mittelstufe, ein ästhetischer Gesamtanspruch, der Weg zur Ganztagsschule und vieles mehr formulierte Thomas Kuhn mit manchmal beißenden Formulierungen, die die Toleranzgrenze mancher Kolleginnen und Kollegen hart berührte“, würdigte Rektor Jochen Zeller Kuhns Arbeit.

Er war sich auch nie zu schade, die Schulküche aufzuräumen, mit seiner Frau beim Gemarkungsputz Flagge zu zeigen oder sich „in die Niederungen zielorientierter Erziehungsarbeit nahezu Erwachsener“ zu begeben. Sprich: Oberstufenschüler zu beknien, soziale Aufgaben zu übernehmen.

Thomas Kuhn hat der NBS-Oberstufe buchstäblich Profil verliehen, in der Arbeit der Planungsgruppe setzte er Akzente. „Das war eine Versammlung von unterschiedlichen Leuten, die alle an etwas Neuem mitwirken wollten“, sagt Kuhn im Nachhinein. Sie übertrugen die Ideen einer integrierten Gesamtschule auf die gymnasiale Oberstufe. Die NBS unterrichtet als eine der wenigen Schulen in Hessen nicht klassisch in Fächern, sondern fachübergreifend in Profilen. Dass der Notendurchschnitt aller NBS-Abiturienten trotz zentraler Prüfungen etwas besser ist als der Landesdurchschnitt, hat auch Skeptiker von diesem Konzept überzeugt.

Langweilig wird‘s Kuhn auch im Ruhestand nicht. Der spätberufene Trompeter ist seit einigen Jahren Vorsitzender des Musikvereins 03 Ober-Roden und hat viel vor. Noch in den Ferien sollen „Die Tonkünstler“ an den Start gehen, das neue Beginnerorchester der „03er“.

Reinhold Glaser

Langeweile dürfte auch für Altersteilzeitler Reinhold Glaser ein Fremdwort sein. Denn seine große Leidenschaft gilt dem Segeln, hunderte von Rödermärker Jugendlichen sind schon unter seinem Kommando übers Ijsselmeer geschippert.
Studiert hat er Physik und Sozialkunde, angefangen hat auch er noch an der Rodgauschule. Die Liste seiner Aufgaben in all den Jahren ist lang: Fachbereichsleiter Physik und Gesellschaftslehre, Verbindungslehrer, Obmann für Verkehrserziehung, Personalrat. 1992 wechselte er die Seiten und wurde als Stufenleiter Mitglied der Schulleitung. Er setzte auf Weiterentwicklung, auf ein breiteres Bildungsangebot und auf die Ganztagsschule.

Früher musste Glaser Eltern von Viertklässlern die integrierte Gesamtschule wie sauer Bier anbieten. In den vergangenen Jahren sah er sich einem regelrechten Ansturm gegenüber und musste auswärtigen Interessenten oft Absagen erteilen.

Quelle: op-online.de

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