Immer mehr Erst- bis Viertklässler

Schulentwicklungsplan: Grundschüler brauchen Räume

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Über die Konsequenzen des Schulentwicklungsplanes für die Grundschulen sind sich die Rödermärker Politiker ziemlich einig. Allerdings ist zwischen dem Ersten Stadtrat Jörg Rotter und der FDP ein Streit entbrannt, was die Prognosen für die Nell-Breuning-Schule bedeuten. Dort steigen die Schülerzahlen erst ab 2023 wieder.

Rödermark - Die Schülerzahlen steigen nach einer Delle wieder. Davon profitieren schon ab Sommer die Grundschulen, an der Nell-Breuning-Schule geht"s aber erst 2023 wieder aufwärts. Von Michael Löw

Der Schulentwicklungsplan des Kreises sieht deshalb eine Erweiterung der Grundschul-Filiale im Breidert vor. Ober-Roden braucht mehr Grundschul- und Betreuungsplätze. Deshalb will der Erste Stadtrat Jörg Rotter die Filiale der Trinkbornschule im Breidert in eine eigenständige Schule umwandeln und umbauen. Das steht auch so im Schulentwicklungsplan des Kreises. Der kann in den nächsten Jahren 22,5 Millionen Euro aus dem Kommunalinvestitionsprogramm II (KIP 2) für Schulbauten ausgeben, die in Mühlheim, Langen und Rodgau geplant sind. Im Breidert soll die Trinkborn-Dependance erweitert werden.

Die Zahl der Rödermärker Grundschüler steigt von 981 im Sommer 2018 auf 1309 im Sommer 2023. Zuwächse gibt es sowohl in Ober-Roden als auch in Urberach. Rotter schlug Ende Oktober in einem Brief an Landrat Oliver Quilling vor, dass Kreis und Stadt den Ausbau gemeinsam angehen, um auch die Schulkindbetreuung im Süden Ober-Rodens zu sichern. Im Breidert werden bisher nur die Klassen eins bis drei unterrichtet. Nach der Erweiterung sollen auch Viertklässler dazu kommen.

Der Kreis soll nach Ansicht Rotters Klassen- und Werkräume sowie das Lehrerzimmer finanzieren. Die Kosten für Mensa und Küche könnten sich beide Partner teilen. Denn die Stadt braucht Betreuungsplätze für 40 Grundschüler, die derzeit in der Kita Potsdamer Straße betreut werden. Deren Räume wiederum sind fürs klassische Kindergartenalter nötig.

„Schulkindbetreuung ist Sache der Stadt. Deshalb muss ich in erster Linie die kommunale Brille aufsetzen“, weist Rotter Vorwürfe der FDP zurück, er würde die Grundschulen der Nell-Breuning-Schule (NBS) vorziehen. Die NBS habe ihren Investitionsbedarf - laut Rotter brauchen etliche Räume eine bessere Beleuchtung und neue Fenster - bei der Stadt angemeldet: „Das leiten wir an den Kreis weiter.“

Die Stadt könne dem Landrat Vorschläge machen. Doch die Entscheidung, wohin die KIP 2-Gelder fließen, treffe der Kreistag. Die Frist zur Abgabe der Anträge endet am 31. Dezember 2018. Somit bleibt nach Angabe des Ersten Stadtrats genug Zeit, in Gesprächen mit dem Kreis auf die Bedürfnisse aller Rödermärker Schulen einzugehen. Dieses Vorgehen habe der Magistrat im Herbst 2017 einvernehmlich beschlossen.

Bilder: Einschulung 2017 in Rödermark

Für Rotter ist diese Feststellung mehr als nur eine Formalie. Die FDP hatte ihm Ende Februar nicht nur vorgeworfen, die Grundschulen zu bevorzugen, sondern auch einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom Juni 2017 nur teilweise umgesetzt zu haben.

Rotter und die FDP interpretieren die Prognosen des Schulentwicklungsplanes für die NBS unterschiedlich. Während die Liberalen von einer Abwärtsspirale sprechen und gar ein „Ende der gymnasialen Oberstufe“ befürchten, verweist Rotter auf eine „langfristige Steigerung“: Zu Beginn des Schuljahres 2027/28 gibt es an der NBS wieder ungefähr so viele Fünft- bis Zehntklässler wie jetzt, nämlich 1 025. Der Tiefpunkt wird im Sommer 2022 mit 826 Mittelstufenschülern erreicht. Die NBS-Oberstufe schrumpft laut Schulentwicklungsplan von derzeit gut 300 Schülern bis 2027 fast kontinuierlich auf 196 Schüler. Damit liege die Oberstufe aber nach wie vor über der Mindeststärke von 50 Schülern je Jahrgang.

Quelle: op-online.de

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