Schweinereien auf der Spielwiese

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Laue Abende, verdreckte Spielplätze: Sauerei ist wohl das passende Wort für die Reste einer Saufparty hinterm Badehaus.

Urberach (lö/chz) - Die Stadt will härter gegen nächtliche Saufgelage und wüste Grillfeten in Parks, Spielplätzen und Grünanlagen vorgehen. Zeitgleich läuft die Suche nach Freilufttreffs für junge Leute.

„Es ist nicht hinnehmbar, wie einige Zeitgenossen - nicht nur Jugendliche - die Gemeinschaft durch ihr rücksichtsloses Verhalten schädigen“, schimpfte Bürgermeister Roland Kern, weil die Wiese hinterm Badehaus wieder einmal einer Müllkippe glich. Kern kündigte häufigere Kontrollen durch die Ordnungs- und Landespolizei an und will die Verursacher zur Kasse bitten.

Die Pächter der Kleingartenanlage „Am Erlenwald“ trauten ihren Augen kaum, als sie zu ihren Gärten unterwegs waren: Wo es nach dem Gemarkungsputz noch sauber aussah, herrschte am Sonntagmorgen schon wieder das reine Chaos: Pappbecher, marinadenverschmierte Fleischverpackungen, Wodkaflaschen und Chipstüten soweit das Auge nur reichte. Die Tischtennisplatte musste als Feuerstelle herhalten - krass gesagt: ein einziger Saustall. Das Gefährlichste: auf dem Weg zu den Kleingärten war ein Kanaldeckel ausgehoben. Nach der notdürftigen Absicherung der Stolperfalle informierte KGV-Vorsitzender Johannes Süß die Polizei.

Am Samstag noch mühevoll den Platz gesäubert

Viele kleine und große Rödermärker, die am Samstag mühevoll den Platz gesäubert hatten, ärgerten sich fürchterlich über ihre schon wieder zunichte gemachte Arbeit.

„Das ist Frust pur! Man verliert die Lust, sich zu engagieren und den Dreck anderer Leute zu beseitigen“, sprach ein Urberacher Ehepaar den Saubermännern und -frauen aus dem Herzen. Die Spielwiese habe ausgesehen, „als ob es weiße Plastikbecher geregnet hätte“. Außerdem hatten die Chaoten die Tore der Kinder- und Jugendfarm aus ihrer Verankerung gerissen und den Zaun auf etlichen Metern niedergetrampelt.

Die beiden Urberacher fordern zum einen die von Kern schon angekündigten Kontrollen und regen darüberhinaus an, die Wiese einzuzäunen und nur angemeldeten Gruppen zum Feiern zu überlassen.

Das ist nach Ansicht des Bürgermeisters keine Lösung, da ein Zaun das Problem nur verlagern würde. Er setzt auf eine Doppelstrategie mit mehr Überwachung und legalen Party-Orten. Morgen sucht eine Arbeitsgruppe der Stadt nach Begegnungsplätzen für junge Leute. Das hatte Anfang des Jahres die Stadtverordnetenversammlung gefordert.

Quelle: op-online.de

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