Die segensreiche Arbeit ist getan

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Viele Gruppenmitglieder wie auch ehemalige Ansprechpartner wollten zum Abschluss der Walter-Hartmann-Gruppe noch einmal im Nebenraum der Halle Urberach dabei sein.

Urberach - (chz) Was Walter Hartmann vor 24 Jahren aus der Not heraus ins Leben gerufen hat, wurde nun in bescheidener Stille beendet. Die Walter-Hartmann-Gruppe, eine Selbsthilfegruppe für krebskranke Menschen, stellte ihre Arbeit ein.

Viele der Ansprechpartner sind alt geworden oder brauchen ihre Kräfte für das Leben mit der Krankheit. Außerdem ermöglicht die Enttabuisierung der Krankheit inzwischen Informationen und Hilfestellungen an vielen anderen Orten.

Wir können mit Stolz feststellen, dass wir die erfolgreiche Arbeit des Gründers Walter Hartmann in seinem Sinne fortsetzen konnten“ - diesen Worten in der Einladung zum Abschiednehmen waren rund 50 Gäste - Gruppenmitglieder, ehemalige Ansprechpartner und Vertreter von Stadt und Verbänden sowie Familienmitglieder des verstorbenen Gründers gefolgt. Sie bedankten sich damit bei dem Team, das sich nie eine andere Organisationsform als die informelle Gruppe gegeben hat und auch nie einen Vorsitz gewählt hat; stets standen gleichberechtigte Ansprechpartner für Fragen und Informationen bereit. Dies erleichterte nun die Auflösung; eventuelle Überschüsse auf dem ausschließlich aus Spenden und Stiftungsgeldern gedeckten Gruppenkonto werden einem karitativen Zweck zur Verfügung gestellt.

In ihrem Rückblick erinnerten Irmtraud Busch und Veronika Pettirsch-Huder an die Anfänge. Am 21. Februar 1985 hatte Walter Hartmann aus persönlicher Not die Gruppe gegründet: „Die Hilflosigkeit, die ich bei der Schulmedizin erfuhr, gab mir den Antrieb für die Selbsthilfegruppe“, begründete er sein Handeln. Die Gruppe, die sich zunächst an verschiedenen Orten traf, vergrößerte sich so rasch, dass die Stadt ihr den Raum des damaligen Jugendzentrums anbot. Als es dort zu eng wurde, durfte sie kostenlos in den Mehrzweckraum der Halle Urberach umziehen - ein Umstand, für den die Gruppe der Stadt heute noch dankbar ist ebenso wie für viele unkonventionelle Hilfe bis hin zum Kopieren von Einladungen.

Walter Hartmann hat einen Weg vorgezeichnet, den wir uns freuen weiterverfolgt zu haben. Doch ohne die großartige Unterstützung der Stadt wären diese Veranstaltungen nicht möglich gewesen“, betonte Ansprechpartner Karl-Heinz Heil. Nach 24 Jahren und über 250 Veranstaltungen galt sein Dank aber auch allen Referenten, die zumeist kostenlos geholfen hatten, wie auch den Gruppenbesuchern und ihrem Mut, aus der Tabuzone herauszutreten.

Walter Hartmann, der das Bundesverdienstkreuz für die ins Leben gerufene Gruppe und für sein Ehrenamt im Magistrat der Stadt Rödermark erhielt, verstarb im Mai 1991. In seinem Grußwort erinnerte Bürgermeister Roland Kern an ihn: „Walter war immer beliebt, ein fröhlicher, lebensbejahender Mann, der genau in diesem Mehrzweckraum der Halle Urberach für das Wohl der Stadt gewirkt hat.“ Die Stadt selbst habe allen Grund, Dank zu sagen.

Im Jahr 2001 bekam Karl-Heinz Heil stellvertretend für die Walter-Hartmann-Gruppe in Darmstadt ebenfalls das Bundesverdienstkreuz überreicht, nachdem die Gruppenarbeit im Sinne Hartmanns weitergeführt worden war.

Ingrid Grothe, langjähriges Gruppenmitglied, bereitete allen wohl den schönsten Lohn mit ihren bewegenden Abschiedsworten. Mit großen Blumensträußen dankte die Gruppe Irmtraud Busch, Karl-Heinz Heil, Bernd Kagerhuber (der nicht anwesend sein konnte), Dieter Martschin, Veronika Pettirsch-Huder und Edmund Seib und deren Vorgängern.

Quelle: op-online.de

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