Seife aus dem Kochtopf

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In seiner Küche kocht Hans-Peter Rauch Seife in gewöhnlichen Töpfen.

Waldacker - Hans-Peter Rauch hat ein sauberes Hobby. In seiner Freizeit kocht der 64-Jährige Waldackerer in der heimischen Küche Seife. Seinen duftenden Kreationen gibt er malerisch-markante Namen, die Lust auf mehr machen: „Meertau“, „Sonneninsel“ oder auch „Kleines Helles“. Von Bernhard Pelka

Meist weisen diese Bezeichnungen darauf hin, um welche Seife es sich handelt. „Kleines Helles“ ist natürlich eine Bierseife, in der „Sonneninsel“ finden sich die Aromen von Zitrusfrüchten wieder und im „Meertau“ ist Rosmarin eingearbeitet.

Der gelernte Koch kam zu dem gut riechenden Hobby durch einen Zufall. 2007 besuchte er seine Tochter Carola in London und dort einen Markt. An einem ganz besonderen Stand kam Hans-Peter Rauch nicht vorbei. „Das roch einfach zu verführerisch“, erinnert er sich. Eine Frau bot an einem kleinen Wagen selbst gemachte Seife an. „Das hat mich animiert, das zuhause auch mal auszuprobieren.“

Diese Testphase dauerte gut ein Jahr. Erst nach einigen Anläufen, nach viel Recherche im Internet und in Fachliteratur und nach einigen Rückschlägen traute sich der Betriebsleiter eines Cateringunternehmens zu, „so richtig loszulegen“. Dann aber kochte er nach eigenen Rezepten seine Seife, suchte Absatzmärkte und war regelmäßig zum Beispiel beim Nikolausmarkt des Nieder-Röder SOS-Helferkreises vertreten. Bald ist er im Ruhestand und kann sich vorstellen, auch auf Weihnachtsmärkten zu verkaufen.

Der Seifensieder produziert ausschließlich Natur-Ware

Der Seifensieder produziert ausschließlich Natur-Ware in kleinen Stückzahlen. Alle Inhaltsstoffe sind Qualitätslebensmittel wie Maiskeimöl, Palmin, Margarine, Kokosfett oder Kakaobutter. Farbe kommt ins Spiel zum Beispiel durch Tonerde in verschiedenen Tönen. Wichtiger noch als der Verkauf ist es Hans-Peter Rauch jedoch, mit seiner Arbeit etwas gegen das Negativ-Image von Seife zu tun. „Seife ist ein absolut hochwertiges Produkt. Sie gilt aber als unmodern. Dabei ist sie das Beste, was es für die Haut gibt“, wirbt der baldige Ruheständler für den Kosmetikartikel.

Inzwischen stellt der Hobby-Seifensieder außer Handwaschseifen auch Rasierseife, eine scharfe Fleckenseife und milde Shampooseife her. Neu im Sortiment ist die „Schafweide“. In ihr findet sich Schafsmilch aus dem Ober-Röder Biomarkt. Die hätte vielleicht sogar Kleopatra mal gerne ausprobiert. Schließlich soll die exzentrische Herrscherin regelmäßig Schönheitsbädern in Eselsmilch genommen haben.

Quelle: op-online.de

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