Seifenkistenrennen der Kreisjugendfeuerwehr

Kühne Piloten in flinken Kisten

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Vor den Start haben die Götter das Schieben gesetzt, und zwar den Berg hinauf wie hier auf der Wagnerstraße.

Urberach - Was oben recht langsam losgeht, nimmt nach unten zu ganz schön Fahrt auf. Glücklicherweise verlief das Seifenkistenrennen der Jugendwehren in diesem Jahr unfallfrei. Von Christine Ziesecke 

Die Jugendfeuerwehr Rodgau-Süd hat das Seifenkistenrennen in Urberach gewonnen. Teilnehmer und Zuschauer erlebten 120 teils rasante Wertungsläufe. Den Fairnesspokal erhielt die Mannschaft aus Ober-Roden: Sie lieh den Kameraden aus Urberach einen ihrer Rennwagen aus.

Gut 25 aufregende Sekunden dauerte die Fahrt einer Seifenkiste vom Start oberhalb der evangelischen Petruskirche durch die Wagnerstraße bis ins Ziel am Festplatz. Zwölf Mannschaften der Jugendfeuerwehren des Kreises Offenbach nahmen an dieser spektakulären Fahrt teil, nach dem wetterbedingt ausgefallenen Renntag 2013 besonders engagiert und gut vorbereitet.

Vor dem Rennen standen wie immer die technische Abnahme der in diesem Jahr eher bodenständigen als fantasievollen Fahrzeuge sowie der erste von ungezählten Schiebedurchgängen den Berg hinauf, denn nur wer hochschiebt, kann auch hinunterfahren. Wie seit vielen Jahren hatte die Urberacher Jugendwehr die Strecke perfekt abgesichert. Die Strohballen waren eingetütet, so dass sie weniger bröselten.

Die jungen Fahrer aus Offenbach, Klein-Krotzenburg, Heusenstamm, Dietzenbach, Rodgau-Süd, Ober-Roden und des Ausrichters Urberach traten bei perfektem Rennwetter auf trockener Straße an, doch Bremsen oder Zugseile brauchten ständige Kontrolle und Pflege durch die begleitenden Teams. Und wer immer noch der Meinung ist, Rennsport sei Männerdomäne, der wurde in Urberach wieder einmal eines Besseren belehrt. Mädchen sind längst eine Selbstverständlichkeit sowohl bei der Jugendfeuerwehr als bei den Rennfahrern. Davon konnten sich auch die Ehrengäste überzeugen: Landrat Oliver Quilling, Bundestagsabgeordnete Patricia Lips, Erster Stadtrat Jörg Rotter, Kreisbrandinspektor Ralf Ackermann und Landtagsabgeordneter Ismail Tipi.

Rasante Fahrten in zwei Durchgängen

Zwei Wertungsdurchgänge boten rund 120 teils rasante Fahrten, bei den Dietzenbachern sogar mit blinkenden Blaulichtern auf dem Renner. Beifall und das durchdringende Heulen der Handsirenen vom Streckenrand feuerten die Rennfahrer an. Nach all den Aufregungen dankten die Verantwortlichen aus dem Kreis der Urberacher Jugendwehr für die reibungslose Organisation des Spektakels samt Verpflegung.

Doch ausgerechnet die Gastgeber hätten ihr Ziel fast nicht erreicht: Ein Problem mit der Bremse ihres Renners ließ das frühe Aus erahnen. „Doch wie es bei Feuerwehrleuten üblich ist, haben wir zusammengehalten“, freute sich Christoph Prenzel aus Urberach. Übergangsweise liehen die Kollegen aus Ober-Roden ihren zweiten Boliden den traurigen Urberachern, während aus dem großen Fundus der Rodgauer endgültige Hilfe kam: „Wir hatten zwei Kisten, drei Mannschaften und eine zusätzliche Bremse dabei, die wir den Urberachern weitergegeben haben – alles gut!“

Bilder vom Seifenkistenrennen

Seifenkistenrennen der Kreisjugendfeuerwehren in Urberach

Bei der Siegerehrung blieben die Urberacher Gastgeber deshalb aus Materialgründen etwas zurück. Das Rennen machten die drei Mannschaften aus Rodgau-Süd, zwischen denen sich lediglich die Offenbacher auf Platz zwei behaupten konnten. Den Fair-Play-Pokal bekamen die Ober-Röder für ihren Verleih. Als Schnellster des Renntages wurde Felix Schulz mit einem Pokal ausgezeichnet.

Gleichzeitig mit dem Rennen legten zehn Jugendliche die Prüfungen für die Jugendflamme Stufe II und drei weitere für die Stufe III ab. Mit Lucca Dörrstein und Sarah Felten haben erstmals auch zwei junge Urberacher die höchste Prüfung der Jugendfeuerwehren bestanden.

Quelle: op-online.de

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