Seit 1979 viele Klippen umschifft

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Einige Schülerinnen präsentierten beim Geburtstagsfest Rope-Skipping,

Urberach (chz) ‐ 30 Jahre Förderschule in Rödermark: Es war ein kurvenreicher Weg von der „Sonderklasse“ mit nur einem Lehrer, dem späteren Rektor Manfred Knoch, der das Projekt an der damaligen Rodgauschule begann, bis hin zum heutigen fertig renovierten Schulgebäude, das als sonderpädagogisches Beratungs- und Förderzentrum kreisweit Einfluss hat.

Am Wochenende feierte die Schulgemeinde mit vielen Gästen den 30. Geburtstag der Schulgründung und den 25. Jahrestag ihrer Namensgebung: Mit Helene-Lange erinnert die Sonderschule für Lernhilfe an die 1848 geborene Frauenrechtlerin und Sozialreformerin.

Rektorin Heike Huck, die auf ein 14-köpfiges Kollegium sowie zwei sozialpädagogische Fachkräfte zurückgreifen kann, blickte bei einer Feierstunde zurück: Erst 1979 wurde jene 1972 gegründete Sonderklasse selbständig und bekam mit Michael Heymanns, dem heutigen Stufenleiter, einen zweiten Lehrer. Anfang der 80er Jahre explodierten die Schülerzahlen auf 160 Kinder in neun Klassen; Manfred Knoch wurde erster Rektor und führte viele Jugendliche zum Hauptschulabschluss und in die Lehre. Doch die Schülerzahlen sanken, und kurz nach Knochs Ruhestand 1993 zog die komplette Schule wegen der PCB-Sanierung der Nell-Breuning-Schule vorübergehend nach Heusenstamm, von wo sie 1997 zurückkehrte.

2002 schließlich wurde die freiwerdende Grundschul-Filiale in der Liebigstraße in Urberach bezogen, doch Abschlussklasse und Verwaltung mussten aus Platzgründen an der NBS bleiben - eine starke Belastung, die erst durch einen Pavillon 2006 und eine Komplettsanierung 2008 behoben werden konnte.

Berufswegebegleiter, Schulküche und PC-Raum

Zwei zusätzliche Sozialarbeiter als Berufswegebegleiter, mehrere Referendare und vor allem neue Chancen wie Schulküche oder PC-Raum haben aus der Sonderklasse nach 30 Jahren ein vorbildliches sonderpädagogisches Beratungs- und Förderzentrum für alle Schulen der Umgebung gemacht.

Schülersprecher Rezan ließ ein Geburtstagskerzlein entzünden.

Schulamtsdirektor Dr. Peter Bieniussa löste viel Nachdenklichkeit aus, als er von der von der UN-Charta geforderten Inclusionspädagogik sprach, die eine einheitliche Ausbildung aller Schüler unter gleichen Bedingungen fordert und Sonderschulen abbauen möchte. Doch er bescheinigte der Helene-Lange-Schule, dass sie selbst mit guter Arbeit den weiteren Lauf bestimmen könne.
Fröhliches und dankbares Lachen lösten die Erinnerungen von Manfred Knoch aus. Herzerfrischend gab er Anekdoten von Schülern und Behörden preis und erinnerte daran, unter welch fragwürdigen Umständen damals nicht nur für gutes Wissen, sondern vor allem für soziales Handeln der Schüler gekämpft wurde.
Grußworte sprachen neben Bürgermeister Roland Kern auch Schulsprecher Rezan sowie Sabine Hartig für den Elternbeirat.
Die Rope-Skipping-Vorführung und der Schwarzlichttanz einiger Schülerinnen bildeten das Rahmenprogramm der Feierstunde, ehe nach einer ungewöhnlichen Schattenspielvorführung ein Ausruf großen Beifall bekam: „Und jetzt lasst uns nur noch feiern!“

Mit einem bunten Fest in allen Räumen, mit Popcorn und Vorlesen, Basteln und einem kleinen Feuer im Pausenhof feierte die ganze Helene-Lange-Schule ihren runden Geburtstag.

Quelle: op-online.de

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