800 Senioren Freude bereitet

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Die Ballettschülerinnen von Heidrun Götz eroberten mit dem Rosentanz die Herzen der betagten Zuschauer im Nu.

Ober-Roden - Die städtischen Weihnachtsfeiern bringen eine schöne und harmonische Abwechslung in die Adventszeit älterer Mitbürger.

Rund 800 betagte Gäste genossen es, an zwei Nachmittagen von Bediensteten der Stadt, von Kirchen- und Vereinsmitgliedern und von Jugendlichen aus der Nell- Breuning-Schule liebevoll umsorgt zu werden.

Am Samstag begrüßte die Tischmusik des Musikvereins 08 Ober-Roden die älteren Ober-Röder. Anschließend verzauberten vor allem die Kinder die Herzen der Gäste. Die Europasonggruppe der Nell-Breuning-Schule brachte die Augen zum Leuchten. Die Tänzerinnen der Ballettschule von Heidrun Götz waren einmal mehr der optische Höhepunkt. Unter der Leitung von Manfred Küchler präsentierte sich der Frohsinn-Männerchor, der am Schluss auch mit den Gästen das gemeinsame „Oh du fröhliche“ eindrucksvoll begleitete.

Schwung in den Saal gebracht

Am Sonntag war Johannes Dies (98) aus Urberach, der hier gemeinsam mit seiner Frau Petra (91) vom Bürgermeister begrüßt wird, der Älteste unter den Alten.

Zuvor hatte eine Neuerung Schwung in den Saal gebracht. Nachdem mehrere kleine und größere Künstler kurzfristig krankheitsbedingt absagten, hatten Wolfgang Geiken-Weigt und Sandra Seibert von den Sozialen Diensten Monika Czechowicz aus dem Hut gezaubert. Sie singt derzeit gelegentlich mit Demenzkranken. In der Kulturhalle sang sie zur Gitarre „Eine Muh, eine Mäh, eine Tätärätätä“und ließ viele Senioren in Erinnerung an alte Zeiten strahlen.

Einen Blumenstrauß bekamen noch mehrere 90- und 91-jährige Damen sowie Gertrude Schnier und Valentina Mitterle, die beide im Juni ihren 93. Geburtstag gefeiert hatten und damit die ältesten Bürgerinnen im Saal waren. Bei den Herren schafften dies der 91-jährige Heinrich Zeller und der 90-jährige Franz Roth.

Wesentlich älter waren am darauf folgenden Tag die Urberacher Gäste. Johannes (98) und Petra (91) sind als ältestes Ehepaar ohnehin schon lange unschlagbar; doch auch bei den Frauen war Margareta Gensert wie schon seit einigen Jahren die älteste der Damen aller Stadtteile vor Ilse Böttcher mit 94 Jahren.

Abwechslungsreiches Programm

Bürgermeister Roland Kern bedankte sich bei Gertrude Schnier aus Ober-Roden mit Blumen für ihren Besuch in der Kulturhalle. Sie war am Samstag mit 93 Jahren die Zweitälteste im Saal.

Sie alle genossen das ausgesprochen abwechslungsreiche Programm, das nach dem Musikverein 06 auch Akteure aller Altersklassen bereit hielt. Ein herzerfrischendes Winter-Medley der Kindertagesstätte Liebigstraße ließ viele Opas und Omas im Saal ebenso strahlen wie der Chor der Schule an den Linden. Adventlich waren die Lieder, die der gemischte Chor des KSV Urberach beitrug, ebenso wie die Weisen, mit denen der Posaunenchor der Petrusgemeinde festlich den Saal erfüllte. Sehr viel ungewohnter für betagte Ohren war dann doch der Auftritt der Rap-AG vom „SchillerHaus“ Urberach – erst zögerlich, doch dann mit sichtlicher Freude verfolgten die Seniorinnen und Senioren den Sprechgesang auf der Bühne, zumal die Sängerinnen Raissa Krämer und Julia Jovic den Auftritt mit romantischen Liedern abrundeten.

Rund 160 Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus sieben Vereinen, aus Kirchen, Kindergärten und Gruppen bestritten das Programm. Dazu kamen fast 100 Helferinnen und Helfer aus allen Bereichen, darunter auch jeweils 15 Schüler, die für die Bewirtung und Betreuung zuständig waren.

Die aus Kostengründen eingesparten Pendelbusse vermisste offenbar niemand. Die karitative Hilfe ging jedoch über Fahrdienste, Erste Hilfe, Vor- und Nachbereiten, Spülen und Bedienen hinaus: Bei den Seniorenfeiern wurde die Spendenkasse für die vom Großbrand in Ober-Roden in der vergangenen Woche Betroffenen mit 780 Euro gefüttert.

chz

Quelle: op-online.de

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