Rödermarks erste Senioren-Lotsen

Wegweiser beim Älterwerden

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Die 36 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritas-Sozialstation pflegen pro Monat rund 170 Rödermärker. Leiterin Beate Winnige, Ute Kern-Müller und Renate Jacoby (links) informierten die neuen Senioren-Lotsen und ihren „Chef“ Wolfgang Geiken-Weigt (rechts) über ihre Tätigkeit. Die Sozialstation war die erste Station einer Besichtigungsrunde, die die Senioren-Lotsen auch zu den Johannitern nach Nieder-Roden oder ins neue Artemed-Pflegeheim in Urberach führt.

Rödermark - Zehn Frauen und zwei Männer haben seit Oktober eine Ausbildung zu ehrenamtlichen Senioren-Lotsen absolviert. Im April beginnen sie mit der Beratung. Ihr Ziel: Alten Menschen ermöglichen, möglichst lange in vertrauter Umgebung zu wohnen. Das macht das Älterwerden leichter und spart der Pflegekasse Geld.

Auf die Senioren-Lotsen warten vielfältige Aufgaben. Sie müssen wissen, wo es Rat für Demenzkranke und ihre Angehörige gibt oder wer ambulante Pflege anbietet, aber auch wo Tanzgruppen oder Bastelkreise Kurzweil versprechen. Damit sie wissen, wovon sie reden, besuchen sie Sozialstationen, Hilfsorganisationen, Quartiersgruppen und Pflegeheime. Den Anfang der Exkursionen machte die Caritas.

Monika Bärwalde-Schneiders, Helmi Berker, Hannelore Frehe, Birgit Gursky, Veronika Hain, Gerda Höhle, Peter Mettmann, Erika Mohammadian, Ursula Naruhn, Johannes Ohnesorg, Silvia von Tippelskirch-Meister und Dieta Wonna sind die künftigen Fachleute in Sachen Altenhilfe. Wolfgang Geiken-Weigt, bis Ende 2013 Leiter des Sozialen Dienstes der Stadt Rödermark, und Ute Kern-Müller vom Caritas-Verband koordinieren ihre Arbeit. Sie sind zwischen 48 und 70 Jahren alt und kommen aus den unterschiedlichsten Berufen. „Wir haben einen Unternehmensberater, eine Pflegewissenschaftlerin, eine Bankkauffrau und eine Schneidermeisterin dabei“, zählt Geiken-Weigt auf. Sieben wohnen in Urberach, vier im Breidert und einer in Waldacker.

Aufreibender Alltag

Zwei Frauen kümmern sich daheim um ihre (demenz-)kranken Männer, kennen den aufreibenden Alltag pflegender Angehöriger also aus eigener Erfahrung. Den theoretischen Überbau lieferten Seminare, die das ebenso komplizierte wie zersplitterte deutsche Pflegesystem erklärten. In weiteren Lehrgängen beschäftigten sich die Helfer mit den physischen und psychischen Veränderungen im Alter oder den breit gefächerten Angeboten, die es in Rödermark gibt.

Die Senioren-Lotsen sollen zum einen Wegweiser für die alten Menschen sein. Zum andern, so Geiken-Weigt, sollen sie aber auch den „Kindern von 50 bis 70“ helfen. Das sind jene Menschen, die wissen wollen, was das Beste für ihre betagten und oft auch kranken Eltern ist. Eine dritte Gruppe bilden ältere Rödermärker, die sich für ihre Altersgenossen engagieren wollen. Die Möglichkeit dazu haben sie bei der Seniorenhilfe oder den Quartiersgruppen in Urberach, Waldacker und im Breidert.

Diensthandy für die Lotsen

Die Sprechstunden der Senioren-Lotsen finden ab April freitags von 15 bis 17 Uhr im Seniorentreff am Urberacher Häfnerplatz statt und sollen möglichst schnell auch aufs alte Ober-Röder Feuerwehrhaus ausgedehnt werden. „Damit entlasten wir auch die Stadt und Hilfsorganisationen. Denn jede qualifizierte Antwort von uns erspart der Caritas oder dem Rathaus einen Anruf“, sagt Geiken-Weigt, der das Lotsen-Projekt als Ruheständler im Auftrag der Caritas betreut.

Senioren-Lotsen sind ein Konzept aus dem Programm Sozialraumorientierte Netzwerke in der Altenhilfe (SoNAh) des Caritasverbandes Offenbach der Diözese Mainz und der Stadt. Unterstützt wird SoNAh vom Deutschen Hilfswerk und der Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Stiftung. Daher müssen sich Ute Kern-Müller und Wolfgang Geiken-Weigt auch kaum Gedanken ums Geld machen. Alle Lotsen bekommen beispielsweise ein Diensthandy.

Weitere Senioren-Lotsen sind willkommen. Wer Interesse hat, kann Wolfgang Geiken-Weigt anrufen: 06074/8033241. 

(lö)

Quelle: op-online.de

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