Bewerber ums Bürgermeisteramt umlagert

Auf Tuchfühlung mit Kandidaten-Trio

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Dicht umlagert: Rudi Zischka moderierte beim bestens besuchten Neujahrsempfang der Seniorenhilfe die Vorstellung der Bürgermeisterkandidaten Jörg Rotter (CDU), Andrea Schülner (Andere Liste/Die Grünen) und Dr. Karsten Falk (unabhängiger Bewerber).

Urberach – Ein positives Zeichen für das kommunalpolitische Interesse der Rödermärker und hier speziell der Älteren war der proppenvolle Mehrzweckraum der Halle Urberach. Dorthin hatte die Seniorenhilfe zum Neujahrsempfang eingeladen. Von Christine Ziesecke

Doch nicht der Sekt und das Kuchenbüfett waren der Anlass für die große Resonanz, sondern die Vorstellung der drei Kandidaten für den Posten des Bürgermeisters. Amtsinhaber Roland Kern geht bekanntlich im Sommer in Pension.
Nur rund ein Drittel der knapp 150 Gäste waren Vereinsmitglieder. Alle anderen freuten sich auf das erste öffentliche Aufeinandertreffen des CDU-Kandidaten Jörg Rotter, der AL-Bewerberin Andrea Schülner und des unabhängigen Kandidaten Dr. Karsten Falk. Rudi Zischka, der den Polittalk moderierte, dankte den Dreien für ihren Mut, „denn wenn sich jemand für so ein Amt zur Verfügung stellt, wird er schnell angreifbar.“

Danach folgte eine grobe Aufbereitung der wichtigsten Stellen, wo Rödermärker Senioren der Schuh drückt, und eine Kundgebung des guten Willens, dies im Auge zu behalten. Wer sich bei der Seniorenhilfe vorstellt, weiß um Sorgen und Nöte der älteren Rödermärker – entsprechend waren die Kandidaten vom gleichen Ziel beseelt: Kümmernisse ernst nehmen. Worin sich Andrea Schülner, Karsten Falk und Jörg Rotter letztlich so ähnlich waren, dass nur die wechselnde Reihenfolge der Redner die Antworten veränderte.

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Aus der Vorstellungsrunde wurde deutlich, dass alle Drei berufsbedingt gute Voraussetzungen für den Überblick über Seniorenprobleme mitbringen: viele Jahre Arbeit im städtischen Fachbereich bei Jörg Rotter, eine langjährige Erfahrung in verschiedenen Fachbereichen des Sozialamtes der Stadt Frankfurt, unter anderem als Gruppenleitung in Alten- und Behindertenhilfe, bei Andrea Schülner sowie die Arbeit seit 2006 in leitenden Funktionen bei der Johanniter-Unfallhilfe bei Dr. Karsten Falk.

Einige wenige Themen bestimmten die Runde: Wohnen, Mobilität und Sicherheit. Jörg Rotter betonte, dass die Rahmenbedingungen für ein möglichst langes Leben in den eigenen vier Wänden verbessert werden müssen, etwa durch die sozialen Dienste, sowie der innerörtliche Nahverkehr besser dem Leben der älteren Bewohner – gerade etwa in Waldacker und Messenhausen – angepasst werden müsse. Zum Thema Sicherheit liegt ihm das Gefahrenabwehrzentrum am Herzen, in dem Ordnungsamt, Feuerwehr und Polizei vernetzt werden.

Karsten Falk erklärte, dass ihm zwar langjährige politische Gremienarbeit fehlt, dass ihm aber gerade der unvoreingenommene und ergänzende Blick von außen auf die innerörtlichen Probleme wichtig erscheint. „Welche anderen Ideen kann ich mit einbringen und vielleicht auch umsetzen?“ Er wünschte sich eine extrem hohe Wahlbeteiligung: „Das ist uns allen Dreien wichtig!“ Natürlich seien einzelne Punkte wie etwa Barrierefreiheit oder Straßenzustand bedeutsam, doch das sei nicht allein das Allheilmittel. Sein Blick geht nach vorne: Wo stehen wir nächstes Jahr? Wo in fünf oder zehn Jahren?

Andrea Schülner betonte aus ihrer Erfahrung in Frankfurt, dass Kreativität wichtig ist. Das treffe auf gemeinschaftliches Wohnen ebenso zu wie auf den Nahverkehr oder die ärztliche Versorgung. Das sind keineswegs nur Seniorenprobleme. Verantwortung und Mut seien nötig, doch „unsere Stadt ist supergut aufgestellt, sogar unter den momentan eher angespannten finanziellen Verhältnissen“.

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Fragen aus der großen Zuhörerrunde kamen rund um das Thema Sicherheit. Sie bezogen sich jedoch mehr auf unzureichende Straßenbeleuchtung und schlechten Zustand der Straßen und Wege denn auf Kriminalität.

Laut Andrea Schülner ist die Stadt dank der Quartiersgruppen gut aufgestellt, wodurch oft rasche Abhilfe geschaffen werden kann. Generell sei Rödermark gerade auch bei den Älteren ehrenamtlich sehr aktiv, und man sollte – so Dr. Karsten Falk – dem vielleicht in der Vereinsförderung stärker Tribut zollen. Eine gute Vernetzung rund um die Seniorenarbeit wird von allen Kandidaten angestrebt, ebenso ein runder Tisch, der auch mehr Hilfen für Behinderte erwirken könnte.

Während Rotter auf die Barreierefreiheit an den Straßen hinarbeitet, hält Falk ein Rundum-Verkehrskonzept für unerlässlich. Der letzte Punkt, bezahlbarer Wohnraum, machte die Runde noch einmal aktiv und ließ die Frage nach Förderprogrammen des Landes beim barrierearmem Umbau privater Wohnungen aufkommen.

Jörg Rotter rundete diese Frage mit der Feststellung ab, das Beste sei es wohl, so lange wie möglich zuhause wohnen zu bleiben. Einen sicher gut zu verwirklichenden Wunsch gab Wolfgang Geiken-Weigt, langjähriger Leiter der Sozialen Dienste der Stadt, den Kandidaten mit auf den Weg: Viele ältere Bürger wünschen sich mehr Bänke auf ihren Wegen zum Einkauf, zum Friedhof oder zum Arzt. Diese Bitte nahmen die drei Bürgermeisterkandidaten mit in den langsam anlaufenden Wahlkampf.

Quelle: op-online.de

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