Sensations-Sieger in 1c-Lage

Spielzeugladen Nowak ist die Nummer eins in Deutschland

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Jürgen Nowak und seine Frau Bettina Nowak-Gorr haben so gut wie alle Spiele und Spielsachen, die sie in ihrem nur 100 Quadratmeter kleinen Laden verkaufen, selbst getestet. Dieses fundierte Wissen ist einer der Gründe, warum 2 800 Kunden ihn zum „Fachgeschäft des Jahres“ gewählt haben.

Ober-Roden - Es braucht nicht unbedingt Größe und einen europaweit weit versendenden Onlineshop, um als Einzelhändler vorne zu sein. Der Spielzeugladen Nowak ist Deutschlands „Fachgeschäft des Jahres 2017“, obwohl er sein Sortiment nur auf rund 100 Quadratmetern Verkaufsfläche im Industriegebiet Ober-Roden anbietet. Von Michael Löw 

Jürgen Nowak und seine Frau Bettina erhielten die begehrte Urkunde bei der Spielwarenmesse in Nürnberg, der weltweit bedeutendsten in dieser Branche. Das „Fachgeschäft des Jahres 2017“ in der Spielwarenbranche kommt aus Rödermark: Während der Spielwarenmesse in Nürnberg wurde der Laden von Jürgen Nowak und Bettina Nowak-Gorr in der Senefelder Straße von der Fachzeitschrift „das spielzeug“ geehrt. Dabei hatten sich die beiden nicht einmal selbst beworben: Außendienstler ihrer Lieferanten waren vom Geschäft so angetan, dass sie die „spielzeug“-Redaktion auf die Nowaks aufmerksam gemacht hatten.

Die kürte den Spielzeugladen vorigen April zum „Fachgeschäft des Monats“. Zum Ende des Jahres hatten es die Leser und die Kunden der zwölf Bewerber in der Hand, aus allen vorgestellten Geschäften ihren Favoriten zu wählen. Dabei lieferten sich drei Fachhändler ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Erst am letzten Tag zogen die Nowaks, deren Laden aber von Beginn an geführt hatte, deutlich davon. Sie hatten - auch dank eines Berichts in unserer Zeitung - 2 800 Stimmen, 500 mehr als die Nummer zwei.

„Es ist etwas ganz Besonderes für uns, dass wir als kleiner Spielzeugladen aus Ober-Roden diesen Titel gewonnen haben“, kann Jürgen Nowak sein Glück noch nicht so recht fassen. Sein Geschäft ist 100 Quadratmeter klein und liegt weitab jeder Laufkundschaft in der Senefelder Straße. „1c-Lage“, sagt Nowak. Der Zweitplatzierte hat einen 3000 Quadratmeter großen Spielzeugmarkt in einer Innenstadt. Bewusst haben Jürgen Nowak und Bettina Nowak-Gorr sich 2012 gegen einen Onlineshop entschieden, aber für eine attraktive Präsenz in den sozialen Netzwerken. Nowaks Bilanz: „Trotzdem hat er sich in den 18 Jahren so gut entwickelt.“ Seine Frau und er hatten damals ein zweites Standbein neben der mittlerweile 50 Jahre alten Familienschreinerei gesucht.

Die Nowaks hatten es in den Anfangstagen nicht einfach. „Wir haben mit drei Lieferanten angefangen, viele Hersteller wollten uns gar nicht beliefern, da ihnen unser Standort nicht erfolgversprechend erschien. Aber wir haben nie aufgegeben. Wir sind vom Geheimtipp zum Trendladen geworden. Auf dem langen steinigen Weg durch die schweren Jahre haben wir mit viel Geduld alle Höhen und Tiefen gemeistert“, erzählt die Chefin. Mit Bastelworkshops und Spielewochen haben sie die Kunden immer wieder aufs Neue überrascht, Carrera-Meisterschaften und Kaspertheatervorstellungen haben die Fans unterhalten. Mit guter Beratung und persönlichem Service haben sie mit der Zeit das Vertrauen der Kundschaft gewonnen. „Es ist einfach unglaublich schön zu sehen, dass es auch in Zeiten des anonymen Online-Handels möglich ist, so eine persönliche Kundenbindung zu haben“, sagt der Chef.

Wie werde ich..? Spielzeugmacher

Den Erfolg führt Jürgen Nowak auf eine äußerst starke Kundenzentriertheit in Service und Beratung zurück: „Das, was ich verkaufe, muss ich in allen Details kennen“. Dazu gehört auch, dass fast alle Spielwaren ausprobiert werden können – die Test-Exemplare schaffen die Nowaks auf eigene Kosten an. „Man muss den Mumm haben, ehrlich zum Kunden zu sein und nicht nur verkaufen zu wollen.“

Der große Vorsprung spricht nach Ansicht des Leiters der Wirtschaftsförderung, Till Andrießen, für die Kunden, aber auch für die Bürger, die „ihren“ Laden unglaublich unterstützt hätten. Im Allgemeinen sei die Stimmung im Einzelhandel wegen des Ladensterbens eher schlecht. „Deshalb ist die Auszeichnung auch ein Impuls für den inhabergeführten Einzelhandel in Rödermark und im gesamten Kreis Offenbach: Es geht!“, betonte Andrießen. Rödermark verfüge über eine hohe Kaufkraft, die engagierte Händler binden könnten. Nowak sei nicht das einzige Beispiel.

Quelle: op-online.de

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