Licht ins Dunkel bringen

Sicherheitsbegehung durch Waldacker

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Waldackers dunkle Ecken waren Ziel der ersten Sicherheitsbegehung nach acht Jahren Pause. In viele Nebenstraßen wurde die Beleuchtung im Zuge der Haushaltskonsolidierung 2014/2015 auf die halbe Leistung heruntergedimmt.

Waldacker - Nach acht Jahren Pause hat die Stadt wieder eine Sicherheitsbegehung durch Waldacker organisiert. Der Rundgang, der eigentlich Mängel bei der Straßenbeleuchtung oder -beschilderung offenbaren soll, wurde zu einer Bürgerversammlung im Kleinformat. Von Michael Löw

Die seit langem erste Sicherheitsbegehung durch Waldacker hatte noch nicht richtig begonnen, da gerieten im Bürgertreff schon Mitglieder der Quartiersgruppe mit Ordnungsamtsleiter Artur Singer und seinem Kollegen Günther Braun aneinander. Ursache des Wortgefechts waren Markierungen am Rand der Ortsdurchfahrt. Die ist bekanntlich eine Bundesstraße, auf die die Stadt nur höchst begrenzt Einfluss hat. An der frischen Luft beruhigten sich die Gemüter wieder. Zusammen mit den Männern des Ordnungsamtes und dem Ersten Stadtrat Jörg Rotter suchte eine überschaubare Bürgerschar an diesem verregneten Abend nach potenziellem Unsicherheitsfaktoren entlang der Straßen: defekten oder zugewucherten Straßenlampen, ungezügelt wachsendem Gebüsch und ähnlichen Ärgernissen.

Ein Gartenzaun aus Milchglas ist an sich schon ein architektonische Schnapsidee. Wenn er aber noch ein seit Jahren verwaistes Grundstück begrenzt und beschädigt ist, wird er zum Sicherheitsrisiko.

Manfred Anthes kritisierte den Standort der Altglascontainer an der Einmündung der B 459-Parallelstaße in den Lindenweg. Sie stehen in einer leichten Kurve und versperren Autofahrern die Sicht. Sein Vorschlag: Die Container nach Süden versetzen. Damit stand Anthes beim Rundgang allerdings ziemlich alleine. „Das ist in ganz Waldacker die sicherste Ausfahrt auf die Bundesstraße“, gab Theo Frieß Contra. Horst Hyland vom Verein „Bürger für Sicherheit“ formulierte es drastischer: „An allen anderen Ausfahrten habe ich das Totenhemd an!“ Nach Ansicht der Stadt würde eine Verlagerung den Anwohnern der Parallelstraße Lärm bescheren. Bürger und Verwaltung fanden vor Ort einen Kompromiss. Die Glascontainer wandern ein paar Meter Richtung B 459, also nach Westen statt Süden. Der so gewonnene Raum davor soll gepflastert werden. Das schafft Platz für die Autos der Lieferanten und hält deren Schuhe sauber.

Eine zweite Bürgeridee griffen Rotter und die Ordnungsamtsmitarbeiter am nördlichen Ende der Goethestraße auf. Klaus Huthmann von der früheren „BI Hauptstraße Waldacker“ und Theo Frieß schlugen vor, den knapp 50 Meter langen Trampelpfad zur Hermann-Löns-Straße zu verbreitern und zu befestigen. Dann hätte Waldacker einen durchgehenden Radweg parallel zur Ortsdurchfahrt bis an die Kreisquerverbindung. Das würde die leidige Diskussion um den in beide Richtungen genutzten Radweg entlang der B 459 entschärfen. Klaus Huthmann hatte den Streit an der Einmündung des Lindenwegs thematisiert: Das Hinweisschild auf Radler in beide Richtungen ist seiner Meinung nach ein „Missbrauch der Straßenverkehrsordnung“.

In Gewaltkonflikten richtig verhalten

Ein Dauerärgernis sind Büsche, die auf den Bürgersteig ragen.

Die Teilnehmer des Sicherheitsrundgangs machten immer wieder vor Grundstücken Halt, aus denen Büsche und Sträucher auf den Gehweg wucherten. Hier hat die Stadt einen Ermessensspielraum, erläuterte Singer. Bleiben mindestens 80 Zentimeter frei, sieht das Ordnungsamt keinen Grund einzugreifen. Schrumpft der Durchgang für Fußgänger, fordert das Ordnungsamt die Hausbesitzer zum Rückschnitt auf. In den vergangenen Jahren verschickte es - allerdings auf ganz Rödermark verteilt - etwa 120 solcher Verfügungen. Meist reichte der Brief aus dem Rathaus oder in seltenen Fällen die Androhung eines Zwangsgeldes. Nur einmal seit 2014 hat ein Grundstücksbesitzer zahlen müssen: satte 500 Euro.

Weitere Ärgernisse waren seit Wochen klaffende Löcher vor den neuen Verteilerkästen der Telekom fürs schnelle Internet und von Weitem erkennbare Rattenfallen vor einem Mehrfamilienhaus, dessen Parkplätze von der Straße aus frei zugänglich sind. Dennoch bleibt Privatgelände Privatgelände, auf dem die Stadt nichts zu bestellen habe, sofern von den Fallen keine Gefahr für Kinder oder Hunde ausgeht. Und das tun sie laut Stadt bei ordnungsgemäßer Verwendung nicht.

Quelle: op-online.de

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