Kirchengemeinden stützen sich auf 70 Freizeit-Helfer

Sommerspiele: 261 Kinder haben ihren Spaß

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Was kommt denn da auf uns zu? Erste größere Amtshandlung der neuen Teamchefs Dominik Rebel (23) und Steffen Reichert (20) war das Aufteilen der 155 Kinder der St.Nazarius-Stadtranderholung in 15 Gruppen.

Rödermark - 261 Kinder und Jugendliche starteten gestern in den Spaß ihres Lebens. Bei den Sommerspielen der katholischen Kirchengemeinden können sie eine Woche lang vom Ernst des Lebens abschalten - und ihre Ferien genießen.

Hoabach lebt – man hört es bis in den hintersten Winkel von Waldacker. Mindestens einmal jährlich ist auf dem Kirchengelände Leben angesagt, wenn traditionell die Stadtranderholung der Nazarius-Gemeinde ihre Zelte hier aufschlägt. 155 Kinder zwischen sechs und elf Jahren sind es diesmal. Rund 40 Betreuerinnen und Betreuer, viele schon mit jahrelanger Erfahrung, bereiten ihnen fünf erlebnisreiche Tage, die am Samstag um 16 Uhr mit einem Gottesdienst und einer Show zu Ende gehen.

Die diesjährige Zeitreise - so das Motto - steht unter neuer, aber stadtranderfahrener Leitung: Dominik Rebel, 23-jähriger Chemielaborant bei Clariant in Frankfurt/Höchst, und Steffen Reichert, 20-jähriger angehender Wirtschaftsmanagement- oder Jura-Student, der nach dem Abitur erst mal ein Jahr Auszeit unter anderem in Malta hinter sich hat. Mit Rat und Tat steht ihnen Ex-Leiter André Pradl zur Seite, der immer wieder vorbeischaut und die Einkäufe übernimmt.

Diesjähriges Thema: Zeitreise

Der Lagerbau ist traditionell der Auftakt der Bulaufreizeit. Die Kinder richteten sich mit den Materialien des Urberacher Waldes ihre Unterkünfte ein. 

Die Zeitreise beginnt im Heute. Deshalb wurden die Kinder gestern Nachmittag erst mal auf eine Rallye durch ihre derzeitige Welt in Waldacker geschickt: Zur Post, zum Bürgertreff, zum 50. Breitengrad und zu anderen wichtigen Einrichtungen hatten sich die Betreuer Fragen ausgedacht, so etwa auch „Was kostet ein Schnitzel mit Pommes am Gasthof zum Waldacker?“

Heute geht’s ins Mittelalter zurück – in Neigungsgruppen wird der passende Rahmen gebastelt, ehe die mittelalterlichen Spiele starten. Der Mittwoch ist ganz der Zukunft gewidmet, doch mehr wird erst mal nicht verraten. Der Donnerstag bringt traditionell einen großen Ausflug mit sich, während am Freitag eine Reise durchs Jahr die Geschichte abrundet und anschließend die große Galashow am Samstagnachmittag vorbereitet wird.

Den Kindern fehlt es an nichts

Dass die 155 Kinder in dieser Woche nicht hungern oder dürsten, ist wieder der Job von Hauswirtschaftsleiterin Anne Schrod und ihrem erprobten sechsköpfigen Team. Das gewann am Montag gleich mit Nudeln und Haschee und buntem Salat samt anschließendem Joghurt alle Herzen.

Etwas beschaulicher geht es auf der Bulau zu. Die Gallus-Gemeinde bringt dieses Jahr 96 7- bis 14-Jährige auf die Beine. Um sie kümmern sich 20 Betreuer, das Küchenteam Katharina Ayahs, Werner Stanchly, Anja Hartmann und Ingrid Killian sowie die Freizeitleiterinnen Steffi Schwarzkopf und Marco Weckesser. Auch Pfarrer Klaus Gaebler schaut vorbei, sobald es ihm seine Zeit erlaubt.

Aktivitäten und Unterhaltung für jedes Alter

Anna Kühn nimmt seit acht Jahren an der Bulaufreizeit teil. Laura di Fazio und Annabelle Opitz sind seit sieben Jahren dabei. Die drei 14-Jährigen gehören zur Gruppe der „großen“ Mädels. Während es bei Jungs ab zwölf eher uncool ist, im Wald Barfußpfade anzulegen oder sich von nur wenig älteren Betreuern sagen zu lassen, was erlaubt ist und was nicht, sind Anna, Laura und Annabelle mit Spaß dabei. Das leckere Essen, das sie seit 11 Uhr im halbstündigen Countdown herbeizählten, oder die über Jahre gewachsenen Freundschaften sind zwei Gründe dafür. Noch wichtiger ist die Bulaufreizeit 2014: „Da wollen wir alle drei Betreuerinnen werden!“

Von solchen Teilnehmern kann es nie genug geben, sind sich Steffi Schwarzkopf und Pfarrer Gaebler einig. Die Suche nach Teamern wird von Jahr zu Jahr schwieriger. Studenten schreiben im Sommer Klausuren, Azubis trauen sich oft nicht, den ihnen zustehenden Sonderurlaub zu beantragen. Die Bulaufreizeit hat so eine Art Studi-Delle: Betreuer sind bis zum Abi dabei, setzen dann aus und kommen wieder, wenn sie ihr Studium oder ihre Lehre abgeschlossen haben.

Gaebler hat aber auch beobachtet, dass in manchen Personalabteilungen ein Umdenken begonnen hat: Firmen legen bei Vorstellungsgesprächen Wert auf soziales Engagement ihrer Bewerber.

Wie in Waldacker wird am Samstag auch auf der Bulau gefeiert. Das Abschlussfest im Urberacher Wald beginnt um 11 Uhr. 

chz/lö

Die Ferienspiele vom vergangenen Jahr

Ferienspiele der Nazariusgemeinde

Quelle: op-online.de

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