25 Sorten Brötchen

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Die Bäckerei und Konditorei Alfons Köhler wurde 1898 gegründet.

Ober-Roden ‐ Die Bäckerei und Konditorei Alfons Köhler wurde 1898 gegründet. Auch heute heißt der Inhaber des Traditionsbetriebs an der Neckarstraße Alfons. Von Bernhard Pelka

Dies ist aber so ziemlich die einzige Gemeinsamkeit mit früher, denn die Anforderungen an den modernen Backbetrieb haben sich in den zurückliegenden Jahren grundlegend gewandelt. Eröffnet am Marktplatz in Ober-Roden, war dies einst eine Zwei-Mann-Firma. Heute beschäftigen Alfons Köhler und seine Frau Monika 20 engagierte Mitarbeiter.

Auch heute heißt der Inhaber des Traditionsbetriebs an der Neckarstraße Alfons.

Das Wachstum vollzog sich in Etappen. 1956 kam der Standort Neckarstraße zum Stammsitz hinzu. 1966 baute Alfons Köhler Senior dort eine Backstube an und schuf damit - neben der heute noch von der Familie unterhaltenen Bäckerei am Marktplatz - seinen eigenständigen Betrieb. Alfons Junior übernahm das Geschäft 1990. Die fünfte Generation, Tochter Anja, steigt als gelernte Kauffrau kulinarisch in die Fußstapfen des Vaters. Die Auswanderin hat vor vier Wochen in Surfers Paradise in Australien ein Café eröffnet. Es ehrt die Vorfahren in seinem Namen und heißt natürlich „Café Alfons“.

„Früher, nach dem Krieg, ging es den Leuten beim Einkauf in der Bäckerei hauptsächlich darum, satt zu werden. Heute geht‘s auch um den Genuss“, erläutert der Back-Experte eine wesentliche Entwicklung in seiner Zunft. Entsprechend groß muss die Warenvielfalt sein.

Vorbei sind die Zeiten, in denen es nur zwei Sorten Brot und zwei Sorten Brötchen gab. Heute füllen 25 Brotsorten und ebenso viele Brötchenvarianten die hell ausgeleuchteten Auslagen im Bäckerfachgeschäft der Köhlers. Ihre Produkte folgen den veränderten Ess- und Lebensgewohnheiten der Kundschaft. Und sie befriedigen aktuelle Trends wie zum Beispiel den Wunsch nach Bio-Lebensmitteln.

Das alles hat Auswirkungen auf den Produktionsablauf. Einst wurde ausschließlich nachts gebacken. Danach kühlte der Ofen ab bis zur nächsten Nacht. „Heute backen wir viele kleine Einzelmengen - zum Beispiel an Brötchen - und dafür aber außer nachts auch den ganzen Tag über“, erläutert Alfons Köhler. Bedeutet: die Kunden erhalten von Ladenöffnung, bis zum Ende des Tages, an dem Monika Köhler das Geschäft abschließt, knackfrische Ware aus Meisterhand.

Längst gibt‘s in den Filialen viel mehr als bloß Brot und Brötchen. Wein, Sekt, Marmelade, Nudeln, Kaffee und weitere Spezialitäten warten auf Käufer.

Mehr Informationen und Kontakt gibt‘s unter Tel. 06106 3047.

Aber nicht nur das Sortiment ist umfangreicher geworden. Auch die Zahl der Konkurrenten wuchs. An fast jeder Tankstelle gibt es heute Croissants & Co. Jetzt drängen auch die Discounter mit Backautomaten und schnellen Brötchen im Vorbeigehen auf den Markt. Früher gab es in Ober-Roden acht produzierende Bäcker, heute noch drei. Und in Urberach nur noch einen. „Es wird nicht einfacher“, vermutet Bäckermeister Köhler. Den Spaß an seinem ehrenwerten Handwerk hat er trotzdem nicht verloren. Köhler ist eben Bäcker aus Leidenschaft.

Das Rad der Zeit dreht sich unaufhörlich. Nichts bleibt, wie es ist. Unser Leben, unsere Arbeit: alles verändert sich. Jahrhunderte alte Berufe verschwinden, neue kommen hinzu. In loser Folge erzählen Leser, wie sehr sich ihre Berufe mit den Jahren verändert haben.

Quelle: op-online.de

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