Investitionsmöglichkeiten

Sozialwohnungen sind Mangelware

Rödermark - 82 Einzelpersonen, Paare und Familien warten derzeit in Rödermark auf eine Sozialwohnung. Die Zahl alleinstehender alter Menschen auf Wohnungssuche nimmt zu. Doch mangels Geld kann die Stadt keine neuen Wohnungen bauen. Andere Projekte haben Vorrang.

Wer derzeit in Rödermark auf der Suche nach einer Sozialwohnung ist, braucht viel Geduld. Die Stadt besitzt 55 Wohnungen, die nach Auskunft von Sozialdezernent Jörg Rotter auch alle vermietet sind. Doch der Bedarf ist viel größer: 82 Namen stehen auf der Warteliste.

Rotter hat diese Warteliste auf eine parlamentarische Anfrage der SPD hin aufgeschlüsselt: Elf Bewerber sind Alleinerziehende mit einem Kind, sechs sind Alleinerziehende mit mehreren Kindern, sieben sind Paare ohne und zehn mit einem Kind. Dazu kommen 15 Singles und elf alte Menschen. Das Gros der Suchenden besteht jedoch aus Paaren mit mehreren Kindern. 22 warten auf eine Sozialwohnung. Familien mit geringem oder mittlerem Einkommen haben bei der Wohnungssuche - egal, ob staatlich gefördert oder frei finanziert - die größten Probleme.

Anteil der Gutverdienenden in subventionierten Wohnungen unklar

Die 55 Rödermärker Sozialwohnungen wurden laut Stadtrat Rotter zwischen 1984 und 1995 gebaut. Je nach Alter schwankt die Kaltmiete zwischen 4,02 und 6,75 Euro pro Quadratmeter. Die SPD wollte vom Magistrat außerdem wissen, wie viele Sozialwohnungen an Menschen vermietet sind, die eigentlich keinen Anspruch mehr darauf haben, weil ihr Einkommen zu hoch ist. Diese Antwort blieb Rotter den Genossen schuldig. Denn seit die so genannte Fehlbelegungsabgabe abgeschafft wurde, wisse die Stadtverwaltung nicht mehr, wie groß der Anteil der Gutverdienenden in subventionierten Wohnungen ist.

„Die Überprüfung findet nicht in dem Umfang statt, der notwendig ist“, kritisiert der Fraktionsvorsitzende Armin Lauer. Die SPD werde nachhaken und im Herbst einen Antrag zur genaueren Einkommenskontrolle ins Parlament bringen. Darin will Lauer auch klären lassen, auf welchen Flächen in Rödermark sozialer Wohnungsbau möglich ist. Seinen Erkenntnissen nach liegt die Stadt im Kreisvergleich weit hinten.

Kindergärten und Feuerwehrhäuser haben Vorrang

Neubauten könne sich Rödermark nicht leisten, dämpfte Sozialdezernent Jörg Rotter gestern gegenüber unserer Zeitung zu hohe Erwartungen. Der Schutzschirm-Vertrag mit dem Land, das Rödermark zum Haushalts-Ausgleich bis 2018 verpflichtet, begrenze städtische Investitionen aufs Nötigste. Priorität haben die Sanierung von drei in die Jahre gekommenen Kindergärten und die Modernisierung der Feuerwehrhäuser.

(lö)

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Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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