SPD will private Investoren als Partner

Sozialwohnungen sind Mangelware

Rödermark - Rödermark braucht mehr Sozialwohnungen. Doch wo sie gebaut werden und wie sie ausgestattet sind, ist offen. Innerhalb der Opposition ist ein Streit entbrannt, wer einziehen darf. Der soziale Wohnungsbau ist am 7.  Oktober Thema im Stadtparlament.

Die SPD will wissen, welche Standorte sich für sozialen Wohnungsbau eignen und unter welchen finanziellen Bedingungen gebaut werden kann. „Strategische Partnerschaften mit Investoren sind durchaus in Erwägung zu ziehen“, sagt Fraktionsvorsitzender Armin Lauer. Die derzeit 55 städtischen Wohnungen reichen nach Ansicht Lauers bei weitem nicht aus. Überdies sei die Versorgung der Bevölkerung mit bezahlbarem Wohnraum eine Grundaufgabe kommunaler Politik. 82 Einzelpersonen, Paare und Familien warten in Rödermark auf eine Sozialwohnung.

In ihrer Anfrage an den Magistrat möchte die SPD Antworten in Bezug auf die Ausstattungsmerkmale der städtischen Wohnungen. Sie will wissen, ob diese Wohnungen behindertengerecht und/oder barrierefrei sind. „Die Nachfrage nach solchen Wohnungen, die es ermöglichen, auch im Pflegefall in der eigenen Wohnung zu bleiben, steigt kontinuierlich an. Darauf muss auch eine Stadt reagieren“, fordert Lauer. Der Magistrat soll erklären, wie viele Sozialwohnungen noch in städtischem Besitz und welche bereits behindertengerecht und barrierefrei ausgestattet sind. Überdies möchte die SPD wissen, ob die Stadt bei Sanierungen überlegt, vorhandene Wohnungen behindertengerecht zu renovieren und wenn ja, in welchem Umfang und welchem Zeitraum.

Die Mieten, so die Auffassung der SPD, sind auch in Rödermark teilweise schon für Normalverdiener kaum noch finanzierbar. Die Zahl der Menschen, die volle acht Stunden arbeiten und dennoch Transferleistungen bekommen, steige rasant an. Auch die Bezieher kleiner und mittlerer Renten können offenbar bedarfsgerechte Wohnungen nur noch mit Schwierigkeiten bezahlen.

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Harsche Kritik übt Lauer schon vor der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung an der FDP. Ihr Fraktionsvorsitzender Tobias Kruger hatte am Donnerstag in der OFFENBACH-POST moniert, dass die Städte derzeit freie Sozialwohnungen mit Flüchtlingen belegen, dies aber dazu führe, dass Leute, die 30 Jahre ins Sozialsystem eingezahlt haben, in Obdachlosenheimen landen. Dazu Lauer: „Wenn die FDP ihr Profil schärfen will, soll sie das gerne tun. Keinesfalls dürfe aber diese Profilschärfung auf dem Rücken der sozial Schwächsten in dieser Gesellschaft ausgetragen werden. Das wird die SPD nicht akzeptieren.“

Quelle: op-online.de

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