Den Spatz in der Hand

Rödermark - Bürgermeister Roland Kern ist zu Recht verschnupft. Die FDP hat im Alleingang ein Konzept vorgestellt, unter das Rödermarks grüner Verwaltungs-Chef seine Unterschrift setzen will. Von Michael Löw

: Der Landtagsabgeordnete René Rock und die liberalen Fraktionsvorsitzenden aus Rödermark und Dreieich, Hans Gensert und Dr. Günter Gericke, hatten ein Eckpunktepapier präsentiert, das die drohende Klage der Stadt Rödermark gegen die neue Offenthaler Umgehungsstraße abwenden soll. Sicher, die FDP hat - mit Zustimmung ihres Koalitionspartners CDU - öffentlich gemacht, dass auch Kern einem Streit vor Gericht keine Erfolgschance mehr gibt. Doch die war ohnehin eher theoretischer Natur. Denn im Straßenbau gilt für die meisten Juristen die „abschnittsweise Planung“: Ist der Neubau der B 486 auf Dreieicher Gebiet von allen Behörden und Verbänden abgesegnet, können die Bagger anrücken.

Diese Erkenntnis ist für Urberach bitter, denn die Umgehung Offenthal beschert einigen Abschnitten von Konrad-Adenauer- und Rodaustraße täglich zwischen 1 100 und 1 700 Autos mehr. Das ist Fakt. Den seit Jahrzehnten von Lärm, Abgasen und Staus gebeutelten Anwohnern bleibt dagegen nur die Hoffnung, dass das Land die „KL-Trasse“ endlich unvoreingenommen, detailliert und zielorientiert prüft. Zu nichts mehr und nichts weniger hat sich FDP-Wirtschaftsminister Dieter Posch im Entwurf des Eckpunktepapiers verpflichtet. Und anders als durch Um- und Ausbau bestehender Kreis- und Landesstraßen lassen sich Urberachs Verkehrsprobleme nicht lösen. Getreu dem Motto „Lieber wenig als nichts“ hat Bürgermeister Kern an einem akzeptablen Kompromiss mitgewirkt. Auch wenn er über dessen Präsentation noch so grantelt.

Granteln über die Vorstellung des Eckpunktepapiers dürfen indes die Urberacher. Die FDP hatte zum Pressetermin lediglich die Sprecher der „IG Ortsumfahrung Offenthal“ eingeladen, nicht aber Anlieger von Konrad-Adenauer-, Rodau- und Traminer Straße. Dabei hatte Hans Gensert erst vor kurzem Bürgermeister Roland Kern noch heftigst attackiert, als er beim Umbau der B 459 in Waldacker nur einen Teil der Betroffenen um ihre Meinung bat.

Quelle: op-online.de

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