Spatzen wieder in Gärten locken

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NABU-Vorstand und Bürgermeister Roland Kern dankten nicht nur den Spatzen-Paten des vergangenen Winters, sondern vorab auch jenen Rödermärkern, die den Vögeln in den nächsten Monaten Gutes tun wollen.

Rödermark (swi) ‐ Der Naturschutzbund (NABU) setzt seine Spatzen-Hilfe auch über den Winter hinaus fort. Er unterstützt Gartenbesitzer, die ihr Grundstück so bepflanzen, dass der Spatz wieder Futter findet.

Joachim Wink, Werner Weber, Rüdiger Werner, Verena Henschler und Christine Vogel gaben Tipps, was Vogelfreunde beachten sollten. Mit wild wachsenden Blumen tun sie den Spatzen einen großen Gefallen. In ihnen finden die Vögel meist Nistplätze, sie bilden nahrhafte Samen, und in solchen naturbelassenen Ecken leben viele Insekten. Ein einzelner Spatz braucht eine etwa 100 Quadratmeter große Fläche an Wildblumen um zu überleben. Jedes Eckchen Wildwuchs im Garten ist ein Anfang dazu, dem Spatz in dieser Gegend wieder mehr Platz zu verschaffen.

Dass die Zahl der Spatzen in den letzten Jahren gesunken ist, liegt laut NABU am Menschen. Er raubte ihnen Nistplätze und Futter. Früher gab es in Ober-Roden und Urberach mehr Bauern, in deren Scheunen die Spatzen nisten konnten. Auch die schlechte Isolierung an Dachböden war den Spatzen eine Hilfe bei der Nistplatzsuche. Wer daheim Hühner füttert, füttert Spatzen gleich mit. Doch heutzutage werden privat kaum noch Hühner gehalten.

Viele Gartenbesitzer achten nur noch auf Schönheit achten, nicht aber auf den biologischen Nutzen. Die meisten Pflanzen werden geschnitten, bevor sie die Samen, die ein Spatz frisst, überhaupt bilden. Regelmäßiges Rasenmähen vertreibt Insekten, die der Spatz zur Fütterung seiner Jungen braucht.

Dem NABU ist jedoch klar, dass die Bedingungen wie vor 50 Jahren nicht wieder hergestellt werden können. Doch wo immer der Mensch die Zeit mit ein paar Sämereien und ein bisschen Platz zurückdrehen kann, hilft er dem Spatz, in unseren Gärten wieder Fuß zu fassen.

Quelle: op-online.de

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