Belastung in Halle Urberach

SPD entfacht Streit um Asbest

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Wegen zu hoher Asbestbelastung hat die Stadt die Brandschutz-Sanierung gestoppt und den großen Saal der Halle Urberach von innen hermetisch abgedichtet.

Urberach - Wie und wann geht die Sanierung der mit Asbest belasteten Halle Urberach weiter? Und vor allem: Was kostet sie? Die SPD kritisiert die Verzögerungen als „neuen Fall von Missmanagement“.

Erster Stadtrat Alexander Sturm wies die Kritik gestern gegenüber unserer Zeitung zurück und will nächste Woche detailliert über das weitere Vorgehen informieren.

Die Luft in der Halle Urberach - genauer gesagt: in der Sporthalle und den Umkleideräumen - ist mit bis zu 5 000 Asbestfasern pro Kubikmeter verschmutzt. 500 Fasern sind laut Bayerischem Umwelt-Landesamt der Grenzwert. Das Asbest, das als krebserregend gilt, gelangte in die Luft, nachdem Arbeiter alte Brandschutzplatten von den Stützpfeilern entfernt hatten. Stadtrat Sturm stoppte die Sanierung.

„Glauben langsam nicht mehr an Zufälle“

„Wir glauben langsam nicht mehr an Zufälle, aber daran, dass die Stadt Rödermark offenbar Projekte dieser Art und Größenordnung nicht managen kann“, schimpft der SPD-Fraktionsvorsitzende Stefan Junge. Jeder „einigermaßen kundige Baufachmann“ hätte wissen müssen, dass Asbest in den siebziger Jahren nahezu überall verwendet wurde.

Sturm mache es sich zu einfach, wenn er sich hinter dem Architekten verstecke: „Die Verantwortung liegt zunächst bei den Auftraggebern, der politischen Spitze der Stadt und des Eigenbetriebs.“ Die hätten eine Asbestbelastung von vornherein einkalkulieren müssen.

Die SPD hat zwei Leidtragende ausgemacht: zum einen die Steuerzahler, auf die Extrakosten in bislang ungeklärter Höhe zukommen, und zum anderen die Vereine, die unnötig lange auf die Wiederaufnahme von Spiel- und Trainingsbetrieb warten müssten. An den Neustart gleich nach Sommerferien glaubt Junge wegen des Asbestes längst nicht mehr.

Im Bauausschuss die Verantwortlichkeiten klären

Junge und seine Fraktion wollen im Bauausschuss die Verantwortlichkeiten klären. Der Magistrat soll in allen Einzelheiten darlegen, ob eine Altlasten-Überprüfung Teil des Auftrags war, ob er Asbest in anderen Teilen der Halle ausschließen kann und ob er Schadenersatz fordert.

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Erster Stadtrat Alexander Sturm konnte gestern auch Positives vermelden. Die zweiten Luftmessungen eines Sachverständigen seien zu dem Ergebnis gekommen, dass die Asbestbelastung im Mini-Kindergarten „Rappelkiste“ und den anderen Nebenräumen unter dem Grenzwert liegen. Dieser Gutachter prüft in den nächsten Tagen auch, wo in der Halle sonst noch Asbest verbaut wurde. „Dann erst können wir einen verlässlichen Kosten- und Zeitplan erstellen. Alles andere ist unseriöses Rumposaunen“, sagte der Erste Stadtrat. Dass die Asbestfunde die Wiedereröffnung verzögern und die Stadt mit den Vereinen nach Lösungen sucht, habe er schon vorige Woche erklärt.

Zudem müsse auch die SPD wissen, welches Architekturbüro mit welchen Arbeiten beauftragt wurde. Die Hallensanierung, so Sturm, sei mehrfach in der Betriebskommission diskutiert worden - in Anwesenheit der SPD-Vertreter.

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Quelle: op-online.de

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