600 Euro prto Kind und Jahr von Stadt

SPD: Tageseltern besser bezahlen

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Symbolbild

Rödermark - Tageseltern haben große Verantwortung, werden aber mickrig entlohnt. 3,50 Euro bekommen sie pro Stunde und Kind. Die SPD will dieses Mini-Salär aufstocken.

Die Stadtverordnetenversammlung soll am 8. Oktober auf Antrag der SPD eine bessere Förderung und ein Anreizsystem beschließen, das der Aufgabe gerecht wird. Fraktionsvorsitzender Stefan Junge hält einen pauschalen Zuschuss von 600 Euro je Kind und Jahr für gerechtfertigt. Städte wie Neu-Isenburg, Langen, Heusenstamm oder zuletzt auch Babenhausen hätten ähnliche Beschlüsse schon gefasst.

Die Vergütung von Tageseltern ist in einer Satzung des Kreises geregelt. Diese Satzung wird derzeit überarbeitet. Erste Entwürfe, so Junge nach Gesprächen mit Betroffenen, sorgen für helle Aufregung: Die Neufassung bringe möglicherweise mehr Probleme mit sich, als damit gelöst würden.

Die SPD will die Förderung der Tageseltern zunächst auf die Jahre 2014 und 2015 begrenzen und den Zuschuss auf 25 000 Euro per anno deckeln. Nach Ansicht des Stadtverordneten Armin Lauer sparen Tageseltern der Stadt auf Dauer Geld: So fielen bei Betreuung in Privathäusern für die Stadt keine Kosten für Miete, Heizung, Energie oder Wasser an. Auch Erhaltungs- sowie Reparaturaufwendungen gingen zu Lasten der Tageseltern.

Pauschalbetrag für Rödermark-Kinder

Lauer verwies darauf, dass seit 1. August ein Rechtsanspruch auf Betreuung gilt. Magistrat und Verwaltung betonten in den vergangenen Monaten immer wieder, welch große Rolle die Tageseltern dabei spielen. In Rödermark ist die Tagespflege Sache des Deutschen Kinderschutzbund (DKSB). Eltern die einen Betreuungsplatz suchen, aber auch Frauen und Männer, die Tagespflegeperson werden wollen, können sich an die Vermittlungsstelle des DKSB wenden.

Der Bedarf an Betreuungsplätzen steigt unter anderem auch durch Zuzug junger Familien in den Neubaugebieten. Für viele Familien wird dabei eine gut organisierte sowie zuverlässige Kinder-Betreuung immer wichtiger. Dies erforder von der Stadt auch eine gewisse Flexibilität, um Eltern, die wieder arbeiten wollen oder gar müssen, ein passendes Angebot unterbreiten zu können.

Hier die Details, mit denen die SPD diese Form der Betreuung attraktiver machen will: Pro Kind und Jahr sollen die Tagespflegeeltern ab 2014 einen Pauschalbetrag von 600 Euro erhalten. Voraussetzung ist, dass das betreute Kind aus Rödermark kommt und mindestens sechs Monate von der gleichen Person betreut wird. Die Regelung soll auf zwei Jahre befristet werden, danach entscheidet das Parlament neu.

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Zweimal 25 000 Euro sind für eine Stadt, die unterm Rettungsschirm des Landes zum Sparen verurteilt ist, viel Geld. Dessen sei sich auch die SPD bewusst. Berücksichtigt haben wollen die Genossen aber auch, dass Tageseltern eine zeitintensive Ausbildung absolvieren müssen. Derzeit sind 45 Stunden für eine Tätigkeit beim DKSB verpflichtend. Bis Ende 2014 steigen diese Ausbildungsstunden auf 100 an. 2016 ist die Teilnahme an 160 Ausbildungsstunden zwingend erforderlich. Die Ausbildungskosten werden vom Kreis getragen. Voraussetzung für die Anstellung ist auch eine Pflegeerlaubnis.

Quelle: op-online.de

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