Die SPD diskutiert am Frühstückstisch

Ober-Roden (lö) - Am reich gedeckten Frühstückstisch diskutierten gut 50 Mitglieder und Sympathisanten der SPD über den demografischen Wandel.

Er werde Deutschland hart treffen, wenn weiter so wenig getan wird wie bisher, lautete die düstere Prognose von Professor Walter Hanesch von der Technischen Universität Darmstadt.

Nach der Begrüßung durch den Ortsvereinsvorsitzenden Hidir Karademir fächerte Hanesch die ganze Breite des Themas auf. Knapp auf eine Formel gebracht bedeutet Demografischer Wandel: Die Bevölkerung nimmt ab, der Anteil der Älteren und Hochbetagten steigt dramatisch, und das bringt vor allem die Sozialsysteme in arge Bedrängnis.

Deutschland schrumpft in den nächsten 15 Jahren um rund zwei Millionen Menschen. Schuld daran ist die niedrige Geburtenrate von 1,4 Kindern pro Familie. Dieser Entwicklung müsse die Politik gegensteuern, so Hanesch. Dass dies funktionieren kann, sehe man an der Familien- und Bildungspolitik von Frankreich und Schweden. Ein weiterer Ausgleich für die geringe Geburtenrate wäre die Zuwanderung. Die Einwanderung sei in den vergangenen Jahren aber in stetig steigendem Maße behindert worden. Ergebnis: Schon 2011 wanderten in Deutschland mehr Menschen aus- als ein.

Sozialwissenschaftler Hanesch ging mit der Bundespolitik hart ins Gericht. Die bisherigen Ideen und Konzepte der Bundesregierung seinen „erbärmlich schlecht“ und meist „kontraproduktiv”, siehe Herdprämie statt Förderung von Berufstätigkeit für Frauen, siehe Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung, aber nicht annähernd genug Einrichtungen und qualifiziertes Personal.

Quelle: op-online.de

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