Schleichweg dicht: Sperre in der Stadtmitte

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Tempo 20: Nicht nur jene Autofahrer, die hier die Ampelanlage umfahren wollen, sondern auch viele Anwohner selbst halten sich beileibe nicht an diese Tempovorschrift im Wohngebiet am Karnweg.

Ober-Roden (chz) - Mit einer Anhörung der Anwohner am Neubaugebiet Am Karnweg endeten die Testphasen zur Verkehrsberuhigung des Wohngebietes.

Schon lange hatten die Bewohner geklagt, dass vor allem der Karnweg als Abkürzung zwischen Nieder-Röder Straße und Frankfurter Straße von Durchfahrern zur Umgehung der Ampelkreuzung genutzt werde. Nach einem Unfall mit einem vierjährigen Jungen fast vor seiner Haustür traten die Anwohner mit der Forderung an die Stadtverwaltung heran, hier Abhilfe zu schaffen.

In mehreren Sperrungsvarianten sowohl von der Seite des Germania-Parkplatzes her wie auch an der Ausfahrt zur Nieder-Röder Straße sowie mitten im Wohngebiet bekamen die Bürger die Gelegenheit zur Erprobung.

Neubaugebiet diskutiert

Rund 50 Bewohner des Neubaugebietes waren zur Anhörung gekommen und diskutierten in Anwesenheit von Bürgermeister Roland Kern und von Stephan Brockmann, dem Leiter der Abteilung Öffentliche Ordnung, die Erfahrungen und ihre daraus resultierenden Vorschläge.

Emotional diskutiert, aber sachlich und ruhig abgestimmt: die meisten Anwohner des Neubaugebiets Karnweg plädieren für eine Sperrung der Durchfahrt mitten im Wohngebiet.

Emotional wie es bei einem so feinfühligen Thema, wo es weitgehend um Kinder geht, zu erwarten war, schilderten die Anwohner ihre Eindrücke, berichteten von rasenden Anwohnern ebenso wie von suchenden Anlieferern und Paketdiensten und brachten schließlich fünf mögliche Verbesserungsvorschläge ins Spiel, die sich weitgehend in zwei Varianten aufteilen ließen: Alles bleibt wie gehabt und wird nur mit Aufpflasterungen oder Verengungen beruhigt, oder es gibt eine Sperre. Das Meinungsbild über diese Grundaussage verlief eindeutig: 28 Personen zogen die Sperre vor gegenüber 15, die sich für die Beibehaltung der Durchfahrt entschieden.

Standort der Sperre

Bei der anschließenden Nachfrage über den Standort der Sperre ergab sich fast einstimmig der Wunsch nach einer Mittelsperre, sowohl in der Nähe des Kinderspielplatzes als auch auf der „Durchfahrtsstrecke“. Feinheiten dazu überlassen die Bürger den zuständigen Stellen; die vermeintliche Trennung in hüben und drüben vernachlässigten sie.

Die Sperrung wird voraussichtlich durch rot-weiße Poller erfolgen, nachdem eine Schrankenvariante etwa mit Chipkarte für Anwohner zu teuer werden dürfte. Mopedfahrer, die oft auch durchs Wohngebiet heizen, sowie Radfahrer sind damit von der Sperrung ausgenommen.

Keine Gefahr sahen die Vertreter der Stadt bei den Rettungswegen: Rettungswagen fahren ohnehin nach Navigation (deren Firmen selbstverständlich umgehend unterrichtet werden müssen), und die im Vorfeld bereits befragte Feuerwehr bescheinigte, Schlüssel für alle Arten von Hindernissen zu haben.

Positiver Nebeneffekt

Positiver Nebeneffekt: Nun besteht längerfristig auch die Möglichkeit, die Straße zur Spielstraße zu erklären, wofür jedoch noch weitere kostspielige Veränderungen geschaffen werden müssten, um den Spielcharakter nachzuweisen – aber zumindest theoretisch ist dies nun möglich.

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Genaue Einzelheiten, wo und wie das Gebiet gesperrt wird, überlassen die Bewohnern den zuständigen städtischen Stellen für Verkehrssicherheit. Zudem muss die neue Variante jetzt zunächst einmal dem Magistrat vorgestellt werden.

Quelle: op-online.de

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