Parkplätze reichen aus

Nur Sperrfläche hilft dem Stadtbus

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Mal eben schnell vor der Reinigung in der Babenhäuser Straße das Auto abstellen geht nicht mehr. Damit der Stadtbus die Kurve kriegt, hat das Ordnungsamt gegenüber der Einmündung der Borngartenstraße auf knapp 20 Metern das Parken verboten.

Ober-Roden - Der Stadtbus ist an der Ecke Borngartenstraße/Babenhäuser Straße mehrfach hängen geblieben. Die Zick-Zack-Linie, der drei Parkplätze zum Opfer gefallen sind, war die einzige Möglichkeit, den reibungslosen Busverkehr sicherzustellen.

Mit dieser Feststellung haben Bürgermeister Roland Kern und der stellvertretende Ordnungsleiter Stephan Brockmann die Kritik von Nachbarn zurückgewiesen. Zudem gebe es in diesem Teil der Babenhäuser Straße ausreichend Parkplätze.

Pünktliche Stadtbusse genießen Vorrang. Deshalb habe die Stadt dort schon Anfang August bewegliche Halteverbotsschilder aufgestellt. Von fest im Boden verankerten Verkehrszeichen sah sie ab: Sie hätten sowohl den Bus ausgebremst als auch parkenden Autofahrern die Sicht versperrt. „Leider musste in den letzten Wochen festgestellt werden, dass die mobilen Halteverbotsschilder immer wieder verrückt oder bei Seite gezogen wurden“, bedauert Kern. Das Parkverbot durch besagte Linie zu markieren, sei die einzig gangbare Lösung gewesen.

Notwendigkeit des Haltverbotes

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Kern und Brockmann wehren sich auch gegen den Vorwurf, die Stadt habe die Anwohner überrumpelt: „Bevor dieses Haltverbot eingerichtet wurde, gab es persönliche und telefonische Kontakte sowie einen Ortstermin zwischen dem Ordnungsamt und der Inhaberin der Reinigung.“ Das Ordnungsamt erläuterte ihr die Notwendigkeit des Haltverbotes und bot ihr an, die verbleibenden Parkplätze mit einer Parkscheiben-Regelung zu versehen. Darauf sei sie aber nicht eingegangen, und bei anderen möglichen Kurzzeitparkplätzen in 20 Metern Entfernung befürchtete sie Konflikte mit Nachbarn.

Während die Anwohner nur von einem Vorfall berichteten, bei dem der Bus die Kurve nicht kriegte, zählen Kern und Brockmann mehrere Behinderungen auf: „Der Stadtbus blieb einige Male stecken oder musste hin und her rangieren, um dennoch weiterfahren zu können. Diese Rangiervorgänge sind dem Fahrer eines Linienbusses ohne einen zusätzlichen Einweiser verboten, weil es insbesondere beim Rückwärtsfahren zu gefährlichen Situationen, unter anderem mit Fußgängern, kommen kann.“

Stadt nimmt erneut Kontakt mit der Reinigungs-Inhaberin auf

Im Umfeld der Reinigung gebe immer noch mindestens fünf ausgewiesene Parkplätze in 5 bis 50 Metern Entfernung auf dem Seitenstreifen. Die möglichen Parkflächen auf Fahrbahnen sind hierbei nicht mitgerechnet. Kern: „Vorwürfe zu einer Schädigung oder einem Ruin des Geschäftes entbehren deshalb jeglicher Grundlage.“

Nach dem Bericht unserer Zeitung über die Klagen nahm die Stadt erneut Kontakt mit der Reinigungs-Inhaberin auf. Dabei wurden laut Bürgermeister mehrere kleinere Maßnahmen vereinbart, die die Parksituation sicherstellen sollen, dass die vorhanden Parkplätze auch optimal genutzt werden können. Unter anderem soll nun der Stellplatz direkt vor der Bügelstube mit einer Parkscheibenregelung versehen werden. Den Vorschlag, den breiten Bürgersteig vor dem Geschäft teilweise zum Parken freizugeben, hält Bürgermeister Kern allerdings für „nicht zielführend“.

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Quelle: op-online.de

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