Spezialgerät für viele Notfälle

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Sonderlöschmittel aller Art sind auf einem Wechselcontainer verstaut, der zur Extra-Ausstattung der Stützpunktfeuerwehr Rödermark gehört. Herbert Weber und seine Kollegen können ihn dort abstellen, wo er gebraucht wird. Das Fahrzeug ist frei für andere Aufgaben.

Ober-Roden - Die Freiwillige Feuerwehr Ober-Roden hat eine lange Tradition im Ort, Anfang August feiert sie ihr 112-jähriges Bestehen. Von Michael Löw

Im Stützpunkt in der Kapellenstraße parkt jedoch ein hoch moderner, etliche Millionen Euro teurer Fuhrpark, von dem die Gründerväter nicht einmal zu träumen gewagt hätten. Wer bei Feuer, Unfällen oder anderen Gefahren den Notruf 112 wählt, kann sich darauf verlassen, dass nicht nur bestens ausgebildete Freiwillige ausrücken, sondern auch Fahrzeuge mit entsprechender Ausrüstung.

Die Rödermärker Wehr ist eine von drei Stützpunktfeuerwehren im Kreis. Daher verfügt sie über Fahrzeuge, die es in keiner anderen Kommune gibt. Eine rollende Feuerwache ist zum Beispiel der Einsatzleitwagen Kreis, abgekürzt ELW 2. In den Siebeneinhalbtonner sind drei vollständige Funkarbeitsplätze und ein Besprechungsraum zur Lagebeurteilung eingebaut. Aus ihm heraus wurde der Kampf gegen das Main-Hochwasser in Mühlheim, die Entschärfung einer Weltkriegsbombe ebenfalls in Mühlheim oder die Räumung einer Dietzenbacher Schule, in der Chemikalien ausgelaufen waren, gemanagt.

15 Ober-Röder Feuerwehrleute sind speziell für den ELW 2 geschult. „Aber niemand soll denken, hoppla, da kommen wir und übernehmen!“, sagt Rödermarks Stadtbrandinspektor Waldemar Schrod. Die Einsatzleitung bleibt immer Sache der örtlichen Feuerwehr.

Besonderes Stück: „Überdimensionale Duschkabine“

Stück an Stück reihen sich die Atemschutzausrüstungen, mit denen die Ober-Röder Wehr Kollegen in ganzen Kreis unterstützt.

Das vielleicht spektakulärste Einzelstück ist der Gerätewagen Atem- und Strahlenschutz mit einer abnehmbaren Dekontaminationszelle. Das ist - vereinfacht gesagt - eine überdimensionierte Duschkabine, deren Schmutzwasser in einem geschlossenen System aufgefangen wird. Ihr ursprünglicher Zweck: Schutzanzüge nach Chemie-Unfällen reinigen.

Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 auf die USA drohten Terroristen und Trittbrettfahrer in der ganzen Welt mit Milzbrand-Attacken. „In diesen Tagen waren wir rund um die Uhr im ganzen Kreis unterwegs“, blickt Schrod zurück. Die Feuerwehr sah sich mit ganz neuen Herausforderungen konfrontiert: Wo bisher dicke Plastikhäute mit Hochdruck abgespritzt wurden, standen auf einmal nackte Menschen, die mit weißem Pulver in Berührung kamen, oder Tiere unter der Dusche und mussten vorsichtig gereinigt werden.

Hauptaufgabe des 1993 in Dienst gestellten Fahrzeugs ist und bleibt indes die Versorgung von Feuerwehrmännern und -frauen mit Atemluftgeräten. 38 davon sind an Bord, jedes kann zwei Mal ausgetauscht werden. Das reicht in der Regel auch für Großbrände wie den des „Paramount Park“ Ende 2006.

Eine Menge Sonderausstattung

Der Einsatzleitwagen ist eine komplett ausgerüstete mobile Kommandozentrale, die bei Stromausfällen sogar schon die zentrale Rettungsleitstelle in Dietzenbach ersetzt hat.

Voller Sonderausstattung steckt ein austauschbarer Container, den ein Feuerwehr-Lkw transportiert. Er enthält überwiegend Kohlensäure, Metallbrandpulver, Schaum und andere Spezial-Löschmittel. Sie sind durchweg in 50-Kilo-Säcke verpackt. Die bessere Handhabung ist war auch der Grund, warum Dutzende von Feuerlöschern im Container verzurrt sind: Sie sind bei Einsätzen in engen Hallen und Kellern unverzichtbar.

Im ganzen Kreis werden der Betreuungsbus - eine erste Auffangstation für Menschen, deren Haus von einem Brand zerstört wurde - und der Umweltmesswagen eingesetzt. Kreis und Land sind bei der Finanzierung dieser Sonderfahrzeuge mit im Boot oder zahlen sie wie den Umweltmesswagen komplett. Aufgaben- und damit Kostenteilung ist auch bei der Ausbildung bei den Stützpunktfeuerwehren die Devise.

Quelle: op-online.de

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