Spöttisch, aber nie verletzend

+
„Kerbvadder“ Jan Wilde (19) legte so einige lokale Orwischer und natürlich erst recht Ober-Röder Wunden offen.

Urberach - (chz) So manche Besucher suchten am Kerbsonntag zwar den Kerb-Umzug, doch der war diesmal aufgrund des mangelnden Interesses der Bevölkerung in den letzten Jahren einmal ausgesetzt worden.

Spätestens im übernächsten Jahr, zur 30. Orwischer Kerb am „Dalles“, soll es wieder zu einer Neuauflage kommen, verspricht die Kerbkommission.

Begleitet vom Musikzug der TG Ober-Roden kamen die Kerbburschen und -mädchen gemeinsam mit der Kerbkommission nur um die Ecke gezogen, um den Kerbspruch zu intonieren. Kerbvadder Jan Wilde, dem mit seinen jugendlichen 19 Jahren zum Vater-Sein noch einiges fehlt, legte in dem großteils von Florian Althaus geschriebenen Text den Finger in viele offene Wunden: Vom eigenen Verein bis hin zu den Ober-Rödern Nachbarn war niemand sicher vor seinem nie verletzenden, liebevollen Spott. Beginnend mit dem Mangel an Kerbburschen („Beinoh wärs gekomme, des hier owwe die erst Kerbmudder stoand!“) über die MTV-Mitglieder-Gicht und die mangelnde Nächstenliebe in St. Gallus, von neuen Baugebieten bis zur Seniorenresidenz war nichts vor den Sprüchen sicher, erst recht, als es in den Nachbarortsteil ging. Mit der ehemals Urberacher Pizzeria und dem gefährlich gepflasterten Ortskern, den man besser zum Parkplatz umbauen würde, gab‘s dort so manche Angriffsflächen.

Schon zum fünften Mal betreute am Nachmittag des Kerbsonntags die Jugendabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Urberach die Kinderkerb auf dem Häfnerplatz: ohne großes Programm, aber mit viel Freiraum, den die kleinen Gäste sehr genossen.

Wem das Treiben zu eng und vor allem zu laut wurde, der konnte sich mit seinem Nachwuchs zur Kinderkerb auf dem Häfnerplatz verziehen. Hier hatten vor allem die jüngsten Besucher viel Spielraum und kamen drei Tage lang groß raus - ohne großes Programm, wie der Name vielleicht vermuten ließe, aber mit Straßenkreide und Bobby Cars, mit Heißem Draht und kaltem Löschwasser, mit Basteln und Malaktionen und mit leckeren Crêpes. Während am Samstag und am Montag der neu gegründete Förderverein der Kita Im Taubhaus damit für sich warb, sorgte am Kerbsonntag die Jugendfeuerwehr Urberach für Abwechslung bei den kleinen Gästen.

Zahllose Mitglieder aus Stadtverwaltung, Vereinen, Geschäften saßen gestern Mittag plaudernd und essend in der Sonne. Mit einem über den ganzen Tag gedehnten Frühschoppen und mit der abschließenden Versteigerung des Kerbbaums klang die Orwischer Kerb schließlich aus.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare