Junge Union und SPD auf einer Linie

Urberach (lö) - Die Sprachförderung für künftige Erstklässler muss zurück an die Kindergärten. Die Schule an den Linden ist nach Ansicht der Jungen Union (JU) der falsche Ort, um fehlende Deutschkenntnisse von Fünf- und Sechsjährigen zu verbessern.

„Es macht keinen Sinn, die Kinder aus dem Kindergarten zu holen und in die Schule zu bringen. Für viele Eltern ist das auch logistisch nicht machbar, da es aufgrund der heutigen Wirtschaftslage fast schon üblich ist, dass beide Elternteile arbeiten gehen“, erklärt der JU-Vorsitzende und CDU-Stadtverordnete Maximilian Steiger in einer Pressemitteilung. Nicht jedes Kind habe nette Nachbarn oder Großeltern, die den Fahrdienst übernehmen.

Wenn Rektor Thomas Pohl die so genannten Vorlaufkurse als freiwilliges Angebot darstellt, liege er falsch, kritisiert Steiger. Der Deutschunterricht sei vielmehr ein Zwang. Denn sollte ein Kind diese Kurse versäumen, hat es keine Chance eingeschult zu werden.

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Recht in ihren Forderungen bekomme die Junge Union von der SPD, die sich in ihrer Argumentation ausschließlich auf Steigers Worte in einer Ausschusssitzung Ende August stütze. „Der Teller ist jedoch ein Stückchen zu groß für die SPD, sodass sie nicht über dessen Ränder schauen kann“, merkt der JU-Vorsitzende süffisant an. Denn es gehe nicht allein um Kinder mit Migrationshintergrund; auch viele deutsche Kinder erfüllen die an sie gestellten Ansprüche nicht. Studien zufolge liegt das daran, dass sich viele Kinder, deren Eltern beide arbeiten gehen, ihre sprachlichen Mittel durch Fernsehsendungen wie „Spongebob Schwammkopf“ und Co. aneignen.

Im Landesdurchschnitt verteilen sich die Vorlaufkurse zu etwa zwei Dritteln auf Grundschulen und zu einem Drittel auf Kitas, erklärte das Hessische Kultusministerium gegenüber unserer Zeitung. Die Schule biete sich insbesondere dann als Lernort an, wenn Kinder aus mehreren Kitas in einem Kurs Unterricht werden müssen. J lö

Quelle: op-online.de

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