Sprachwitz in Orwischer Mundart

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„Mir sin so schee!“ Wer mochte da schon den original Orwischer Bembelsängern widersprechen?

Urberach (chz) ‐ Ganz im Zeichen der Orwischer Mundart stand der Kappenabend des BSC Urberach am Samstag. Vom ersten „Orwisch helau“ bis zum singenden Saal zum Ausklang beherrschten lokal gefärbte Wortbeiträge und viel Gesang den Abend.

Kein Wunder, feierten die Rodauschiffer als BSC-Urgestein doch ihren zehnten Geburtstag. Die neu besetzten „Vorstandssingers“ und die „Orwischer Bembelsängern“ kamen als ortsgebundene Gesangsgruppen ebenso gut bei den Kappen im Saal an. BSC-Vorsitzender und Rodauschiffer Martin Hofmann verkündete ein buntes Programm, das zum großen Teil aus BSC-Eigengewächsen bestand. Mit dabei waren Sven Rebel als „Hobbyesser“ oder Kosi (Bernd Kosselek) & Maik (Behrmann) mit ihrem Beitrag zu 20 Jahren west-östlicher Freundschaft.

Christina Knapek schlüpfte in den Dress des BSC-Handballers und plauderte in Orwischer Mundart gereimt aus dem Nähkästchen. Ebenso wie sie war auch Horst-Peter Knapp zum ersten Mal im Leben zu einer Büttenrede animiert worden. Er half dem sprachlich etwas nachhilfebedürftigen Gast mit einer perfekten Lektion in Orwischerisch, ansprechend mit Übersetzungshilfe für die Ortsfremden: „Was is die Orwischer Sproach so schee!“ Vor lauter Lachen gab‘s sicher immer noch Übersetzungsfehler bei den begeisterten Zuhörern.

Das meiste Gelächter bei den kunterbunten Bühnenauftritten kam oft vom Stammtisch im BSC-Heim.

Auch die Zugereisten aus dem heiß geliebten Nachbarstadtteil legten an Sprachbrillanz noch eine Schippe drauf, wie allein schon die Namen Boris und Michi Reisert (jeweils vor dem Bühnenbild ihres Opas Theo Koser) sowie Norbert Köhler beweisen. Alle drei verstanden es, auch Orwischer Zuhörer vom Stuhl zu reißen, ganz besonders bei der missglückten Radtour des Owereirer Urgesteins Köhler, die feucht-fröhlich bei einem Orwischer Nachbarn endete – feinste Grundlage für liebevolle und sprachgewaltige Uzereien.

Urgestein Wilhelm Rebmann geehrt

In seinem Protokoll ließ Martin Hofmann das vergangene Jahr Revue passieren und gab Einblicke ins Vereinsleben wie etwa in das Großprojekt Dachsanierung oder die derzeitigen Leistungen der Handballer. Auch Büttenredner Uwe Reibold aus Biebesheim bewies gute Einblicke ins BSC-Geschehen.

Krönender Abschluss war eine Ehrung zum zehnten Geburtstag der Rodauschiffer durch Urgestein Wilhelm Rebmann (77). Das war natürlich noch eine Zugabe wert: „Rote Lippen soll man küssen!“

Quelle: op-online.de

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