Schwere Vorwürfe an VFS

Im Schwimmbecken brodelt's

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Urberach - Im Rödermärker Schwimmsport schlagen die Wellen hoch. KSV und MTV kündigen ihre Mitgliedschaft in der SSG und machen den dritten Partner, den Verein für Fitness und Schwimmsport (VFS), für das Scheitern verantwortlich. Von Michael Löw

Dessen Vorsitzende Anne von Soosten-Höllings war von diesem Schritt überrascht. „Die Schere ging sportlich und menschlich immer weiter auseinander“, begründete der KSV-Vorsitzende Werner Popp den Ausstieg seines Vereins und des MTV aus der vor 25 Jahre gegründeten SSG zum 31. Dezember. Die SSG stellte fast 20 Jahre lang gute Trainingsbedingungen für beide Trägervereine sicher und garantierte, dass auch in schwächer besetzten Altersklassen immer genug Schwimmer für Mannschaftswettbewerbe da waren. 2003 kam der VFS unter dem Namen Verein zur Förderung des Schwimmsports dazu. Der Namenswechsel in Verein für Fitness und Schwimmsport bedeutete eine Neuausrichtung. Der VFS und damit die SSG, so MTV-Vorsitzender Werner Burmeister, propagierte immer stärker den Leistungsgedanken, Trocken- und Konditionstraining ergänzten die Übungsstunden im Wasser.

Schwere Vorwürfe an VFS

Nach Jahren des Rumorens gab's im Sommer 2012 einen Knall. Den stellten die Gründervereine im Gespräch mit unserer Zeitung so dar: Der VFS nahm alle Schwimmtrainer von KSV und MTV zu erhöhten Honoraren unter Vertrag. Gleichzeitig kündigten Trainer und Abteilungsleiter aus der Familie der VFS-Vorsitzenden Anne von Soosten-Höllings an, dass sie MTV und KSV nicht mehr zur Verfügung stehen. Der KSV verlor sieben, der MTV drei Übungsleiter. Trotzdem ließen sich beide Vereine im November auf eine neue Schwimmsportgemeinschaft ein - „mit vielen Zugeständnissen“, wie MTV-Beisitzer Siegfried Kupczok bedauert. Letztlich waren MTV und KSV nicht mehr Herr im eigenen Haus: Sie stellten nur noch etwa 160 der rund 400 SSG-Mitglieder, doch die Kosten wurden weiter gedrittelt. Kupczok: „Der VFS betreibt die SSG und wir bezahlen sie!“

Nach einstimmigen Beschlüssen ihrer Vorstände verkündeten Werner Popp und Hans Ripper (KSV) sowie Werner Burmeister und Siegfried Kupczok (MTV) gestern das Ende der Zusammenarbeit. „Schweren Herzens“, wie sie versichern. Sie führten mehrere Gründe für diesen drastischen Schritt an: Zum einen sei die Zusammenarbeit mit der Familie Lilge/von-Soosten-Höllings, die SSG und VFS über Jahre mitgestaltet habe, nicht mehr möglich. Sie ist nach Ansicht der Vorstände dafür verantwortlich, dass sich die MTV- und KSV-Schwimmer immer stärker von ihren Stammvereinen abwenden.

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Zum anderen sind Popp, Ripper, Burmeister und Kupczok sicher, dass leistungsorientierter Schwimmsport in einem reinen Schwimmverein besser aufgehoben ist. Ein Einspartenverein wie der VFS sei eher in der Lage, auf Veränderungen zu reagieren und Entwicklungen voranzutreiben. Die Vorteile breit aufgestellter Vereine lägen auf anderen Gebieten. „Unter den aktuellen Konstellationen macht es nur Sinn, wenn der VFS für den gesamten Schwimmsport in Rödermark künftig alleine verantwortlich ist“, folgern die Spitzen von KSV und MTV. Einzige Ausnahme soll das Synchronschwimmen unterm Dach des MTV bleiben: Die vielen internationalen Erfolge der Gruppe um Manuela Eder zeigten, dass diese Sportart eine Heimat im Badehaus Rödermark verdiene.

Die VFS-Vorsitzende Anne von Soosten-Höllings zeigte sich gegenüber unserer Zeitung vom drohenden Ende der SSG überrascht. Ohne genauere Kenntnis der Gründe wollte sie den Austritt von KSV und MTV aber nicht kommentieren.

Quelle: op-online.de

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