St. Nazarius-Kirche

Keine Ehrfurcht vor Fürbitten- und Totenbuch

Ober-Roden - Die St. Nazarius-Kirche wurde in jüngster Zeit mehrmals Opfer von Vandalismus. Die katholische Gemeinde hat schon mehrere Anzeigen erstattet, doch von den Übeltätern fehlt bislang jede Spur.

Seit Ende Oktober häufen sich die Vorfälle. Vorigen Montag wurde das Fürbittenbuch aus der Tageskapelle gestohlen, am Wochenende zuvor das Totenbuch. Kurz vorher hatten Unbekannte den Kasten zerdeppert, in dem der Pfarrgemeinderat Ideen sammelt. Zweimal schon wurde der Opferstock aufgebrochen, einmal verrichtete jemand seine Notdurft in der Tageskapelle.

Der materielle Schaden hält sich meist in Grenzen, der ideelle wiegt hingegen schwer. Das Totenbuch beispielsweise wird seit dem Amtsantritt von Pfarrer Elmar Jung akribisch gepflegt: Das Buch hat 366 Seiten; auf jeder kann man nachlesen, wer an einem bestimmten Datum gestorben ist.

„Wer hat diese Bücher mitgenommen? Was soll solch sinnloses Tun?“, fragt der Nazarius-Seelsorger frustriert. Es stimme die ganze Gemeinde traurig, dass einige Zeitgenossen die Kirche nicht als Ort der stillen Besinnung und des Gebets zu würdigen wüssten. Aus Furcht vor Vandalismus bleibt die eigentliche Kirche seit Jahren in der Regel verschlossen. Zu besonderen Anlässen - wie jetzt zum Gebet an der Krippe - halten Gemeindemitglieder Wache. Lediglich die kleine Tageskapelle ist immer geöffnet.

Die Ermittlungen der Polizei verliefen bisher im Sande, weil niemand Hinweise auf die Kirchenfrevler geben konnte. Pfarrer, Pfarrgemeinde- und Verwaltungsrat appellieren an Kirchgänger und Passanten: „Bitte helfen Sie durch Ihre Wachsamkeit mit, solche Boshaftigkeiten einzudämmen.“ Wer Verdächtiges beobachtet, sollte dies umgehend der Polizei oder dem Pfarrbüro (06074/94035) melden.

Quelle: op-online.de

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