Harry Beierer organisiert erstes Nach-Corona-Konzert im „Dinjerhof“

Stabiles Kultur-Netzwerk in Rödermark

Konzert im „Dinjerhof“
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Stimmungsvoll: Die „Greyhound’s Washboard Band“ beendete ihre Corona-Zwangspause bei Harry Beierer im „Dinjerhof“.

Ein kleines Beispiel für die ganz große Krise, die Kulturschaffende, vor allem wenn sie alleine oder in noch weniger bekannten Gruppen arbeiten, war im „Dinjerhof“ erleben. Als sich am Samstagnachmittag die drei Musiker der „Greyhound’s Washboard Band“ trafen, sahen sie sich zum ersten Mal seit Ende Februar wieder.

Ober-Roden – Die „Greyhounds“ durften nicht gemeinsam proben; sie freuten sich daher ebenso wie „Red Rooster“ Harry Beierer und die Zuhörer im ausverkauften Hof überschwänglich über diesen Neuanfang. „Sie waren die Band, der wir – damals noch freiwillig – am ersten Corona-Wochenende abgesagt hatten, um nichts zu riskieren “, erinnert sich Harry Beierer. Auch der „Rote Hahn“ ist froh, dass die erste Durststrecke – vorläufig – geschafft ist. Zwar war die Vorbereitung des Hofes und die Kontaktaufnahme mit den Besuchern eine ganz andere als üblich, aber immerhin gab"s Blues mit Waschbrett, Slidegitarre und Bluesharp live auf die Ohren – Mississippi-Feeling in der Pfarrgasse.

„Ich habe in der Zwischenzeit zwar meine Stammbesucher und den „Red Rooster“-Freundeskreis immer wieder angeschrieben und Kontakt mit ihnen gehabt, aber wir leben doch vom Live-Act“, sagt Beierer und ist dankbar für das gute Netzwerk, das sich mittlerweile zwischen den Rödermärker Kulturschaffenden entwickelt hat.

So hatten sich am 9. Juli Vertreter der Kulturveranstalter getroffen, die überregional bekannt sind und wesentlich das Rödermärker Kulturfestival 2019 „gestemmt“ hatten. An der Runde nahmen das Alternative Zentrum, die „Freunde im Dinjerhof“, der Jazzclub sowie „Theater & nedelmann“ teil.

Dank vieler Kontakte kann Harry Beierer, der keinen eigenen Veranstaltungsort nutzen kann, im Coronajahr immerhin vier Sommer-Freiluftkonzerte anbieten: drei im „Dinjerhof“ und eines auf dem Gelände des FC Viktoria Urberach. Das ist auch der nächste Termin: Am Mittwoch, 9. September, ausnahmsweise schon um 19 Uhr treten „The Ron Lemons“ und Andreas Kümmert im Waldstadion auf. Die „Magic Ed Combo“ spielt als Vorband, und sie bringt die gesamte Technik mit, auch für die nachfolgenden Hauptgruppe. Hier und gerade jetzt hilft jeder jedem.

„Dank der Initiative ‚Kultursommer Südhessen‘ hat „Red Rooster“ für drei der dezimierten Sommerkonzerte einen kleinen Zuschuss bekommen. Nachträglich sogar für das Konzert im Juni, von dem ein Video aufgenommen und öffentlich eingestellt wurde“, freut sich Beierer.

Seine Sorge gilt Anderen: „Als einzelner Organisator hatte ich selber weniger Probleme als andere Kulturschaffende. Aber im Sinne der Musiker, Schauspieler und Clubs können wir nur hoffen, dass bald wieder eine relative berechtigte und begründete Normalität einkehren kann. Dabei sind zusätzliche Aufwände wie nummerierte Tische, Namenslisten und begrenzte Zuhörerzahlen noch das geringste Problem.“  chz

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