Stadt macht beim Blitzen Miese

Rödermark - (fma) Jeder kennt sie, und jeder versucht, den Kontakt mit ihnen zu vermeiden: Blitzgeräte, mit deren Hilfe Ordnungsamt und Polizei Tempoüberschreitungen von Autofahrern dokumentieren.

Bei den Erwischten ist der Ärger groß, wenn ein Brief von der Stadtverwaltung oder gar dem Regierungspräsidium eintrifft und Verwarn- oder Bußgelder eingefordert werden.

Viele haben kein Verständnis für diese Kontrollmaßnahmen der Ordnungshüter und werfen den Kommunen vor, die eigene Kasse auf Kosten der Autofahrer zu füllen.

„Dabei sind diese Maßnahmen finanziell ganz und gar nicht lukrativ“, sagt Stephan Brockmann, Abteilungsleiter Verkehr bei der Stadt Rödermark. Ganz im Gegenteil: „Nach Abzug der Kosten für die Wartung der Anlage und der Personalkosten macht die Stadt sogar Verlust“. Während sie mit den Verwarnungsgeldern für kleinere Delikte tatsächlich einen Teil seiner Kosten decken kann, gehen die wesentlich lukrativeren Bußgelder für höhere Tempoüberschreitungen direkt an das Land Hessen. Hinzu kommt, dass ein stationäres Messgerät je nach Technik und Standort 40 000 bis 150 000 Euro kostet - inklusive der Fahrbahnanpassung und der Stromleitungen. „Es handelt sich hierbei also keinesfalls um Raubrittertum“, stellt auch Bürgermeister Roland Kern fest.

In Rödermark stehen derzeit zehn stationäre Messeinheiten,. Von den so genannten „Starenkästen“ sind allerdings nur zwei gleichzeitig im Betrieb - dann aber 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche. Die Filme, mit denen bis zu 400 Bilder geschossen werden können, werden vom Ordnungsamt in regelmäßigen Abständen in andere Geräte eingelegt. Im vergangenen Jahr hat das Ordnungsamt an 16 440 Stunden Radarmessungen mit stationären Geräten durchgeführt. Dabei haben die „Starenkästen“ die Geschwindigkeit von 3 289 000 Fahrzeugen gemessen, von denen lediglich 5 940 „geblitzt“ wurden - gerade einmal 0,2 Prozent. Denn: Natürlich haben sich die Standorte der Blitzer in Windeseile herumgesprochen - dank des Radios sogar auch die der mobilen Messstation.

„In der Regel nehmen wir zweimal in der Woche solche Messungen vor“, erläutert Stephan Brockmann diese Art der Verkehrsüberwachung. Dabei gibt es unterschiedliche Arten von Geräten, so etwa Lichtschranken, Laseranlagen oder Videokameras. Besonders tückisch sind jene Geräte, die in ein harmlos am Straßenrand parkendes Auto integriert sind. Wer allerdings denkt, die Einsatzkräfte könnten hierfür jedes x-beliebige Fahrzeug verwenden, täuscht. Die Messfahrzeuge werden speziell zur Verkehrsüberwachung gebaut und sind dazu enorm teuer: Rund 150 000 Euro kostet ein Exemplar. „Früher hatten wir ein solches Fahrzeug auch in Rödermark - derzeit gibt es Überlegungen, ein neues zu mieten“, sagt Brockmann.

Trotzdem: Der Ärger der Autofahrer ist groß, wenn sie den Blitz ausgelöst haben. Manchmal so groß, dass die Temposünder mit brutalen Mitteln versuchen, das Gerät zu beschädigen und so die eigene Messung zu löschen. „Etwa zweimal im Jahr wird gezielt versucht, die Anlage zu beschädigen“, so Ordnungsamtsleiter Manfred Pauschert. Im Winter hatte zum Beispiel ein junger Mann den „Starenkasten“ in Waldacker mit einer Axt attackiert. „Manchmal bleiben aber auch Lkw an den Kästen hängen und demolieren ihn.“

Quelle: op-online.de

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