Stadt poliert Energiebilanz auf

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Glänzende Aussichten? Solaranlagen - hier die auf dem Dach der TG-Halle in Ober-Roden - erzeugen Strom ohne Kohlendioxid. Das Integrierte Klimaschutzkonzept soll zeigen, wie Stadt, Bürger, Unternehmen und Vereine die Bilanz weiter aufpolieren können. 

Rödermark (lö) - Sieben Tonnen des Treibhausgases und angeblichen Klimakillers Kohlendioxid bläst jeder Rödermärker pro Jahr in die Atmosphäre. Diesen Wert will Bürgermeister Roland Kern (AL) bis 2020 möglichst um 40 Prozent reduzieren.

Ein Integriertes Klimaschutzkonzept soll die Stadt voranbringen. Kern und Hubert Prieur vom „Deutschen Energieberater Netzwerk“ stellten die Grundzüge gestern vor. Am 15. Februar hatte das Stadtparlament ein solches Konzept beschlossen. Der Magistrat stellte darauf hin beim Bundesumweltministerium einen Förderantrag, der im September genehmigt wurde: 65 Prozent der Kosten in Höhe von 59 000 Euro übernimmt das Ministerium. Das Projekt läuft ein Jahr.

Bis dahin wollen Prieur und seine Mitarbeiter ermittelt haben, wie hoch der tatsächliche Kohlendioxid-Ausstoß pro Kopf ist. Die sieben Tonnen sind ein rein statistischer Wert. Rödermark-spezifische Daten sollen noch im Oktober Befragungen von Energieversorgern, Verkehrsunternehmen und Schornsteinfegern liefern. Fakt aber ist: Private Heizungen und Autos sind laut Prieur für 60 Prozent des Kohlendioxid-Ausstoßes verantwortlich.

Kern und Prieur wollen deshalb auch die Bürger - vom Besitzer eines Einfamilienhauses bis hin zum Unternehmer - am Klimaschutzkonzept beteiligen. Anfang nächsten Jahres wollen sie bei einer Ideen-Werkstatt Vorschläge sammeln, aber auch informieren: Schon 300 Euro für eine neue Pumpe senken den Verbrauch einer Heizung um etliche Prozent.

Die Stadt ist Mitglied im Klimabündnis und Erstunterzeichner der Charta „100 Kommunen für den Klimaschutz“. Darin verpflichtet sie sich, Emissionen zu senken und die Energie-Effizienz zu erhöhen. Noch dieses Jahr will sie auf der Kulturhalle und der Halle Urberach Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 165 kWp installieren. 2012 soll auf den Dächern der U3-Kindergärten Strom aus Sonnenlicht erzeugt werden. Grundsätzlich lässt die Stadt bei all ihren Neu- oder Umbauten berechnen, ob alternative Energien wirtschaftlich vertretbar sind. Zahlreiche Gebäude wurden mit Geld aus dem Konjunkturprogramm energetisch saniert.

Quelle: op-online.de

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