Stadt soll auf Klage verzichten

Urberach - (lö) Zwei vergleichsweise überschaubare Maßnahmen sollen die Klage der Stadt Rödermark gegen den Planfeststellungsbeschluss für die Ortsumgehung Offenthal verhindern. Der Deal: Die Stadt verzichtet auf den Gang vors Gericht.

Dann prüft das Land, ob eine geänderte Ampelschaltung an der neuen Straße und eine weitere Querverbindung im Geflecht des „Eppertshäuser Knotens“ zusätzlichen Verkehr aus Urberach fern hält.

Nach den bisherigen Prognosen bringt der Bau der Offenthaler Umgehung täglich 1 100 Autos mehr auf die Konrad-Adenauer- und 1 700 Autos mehr auf die Rodaustraße. Die Stadtverordnetenversammlung beauftragte den Magistrat deshalb mit einer Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss, sollte diese Mehrbelastung Urberachs nicht abgefangen werden.

Vorigen Sommer hatte die FDP erstmals einen Klageverzicht gefordert. Die Klage sei ein „verheerendes Signal“ in Richtung der Nachbarstadt Dreieich, deren Unterstützung Rödermark für eine Lösung der Urberacher Verkehrsprobleme brauche (Stichwort: KL-Trasse).

Gestern Nachmittag stellten FDP-Politiker aus Rödermark und Dreieich, der FDP-Landtagsabgeordnete René Rock, Vertreter der „IG Ortsumgehung Offenthal“ und Rödermarks Gewerbevereinsvorsitzender Manfred Rädlein den Kompromissvorschlag vor. Er sei zentraler Teil eines Papiers, das seit einem Vierteljahr zwischen den vier Parteien und Bürgermeister Roland Kern diskutiert werde und bis auf die Feinabstimmung fertig sei, erklärte Hans Gensert, der Partei- und Fraktionsvorsitzende der Rödermärker Liberalen. Die FDP sei vorgeprescht, weil die Zeit dränge. Liegt nämlich der Planfeststellungsbeschluss öffentlich aus - Landtagsabgeordneter Rock nannte gestern Ende Juni als Termin - müsste Rödermark innerhalb von vier Wochen Klage einreichen.

Ihm sei bewusst, dass der Klageverzicht aus Rödermärker Sicht manchen Haken habe. Schließlich könne niemand sagen, was bei den Prüfungen tatsächlich herauskomme. Aber er habe bei Hessens Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP), den „politischen Willen erkannt“, den Streit zwischen den Nachbarstädten zu lösen. Hätten eine Ampelschaltung, die den Verkehr um Urberach herum führt, oder die Zusatzspange zur B 45 von vornherein keinen Aussicht auf Erfolg, so Rock, wäre das Kompromisspapier in der jetzigen Form nie formuliert worden. Aber beides macht nach Ansicht der FDP die KL-Trasse für den Durchgangsverkehr interessant.

Quelle: op-online.de

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