Stadtbus - Luxus oder Pflicht?

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Der Stadtbus - im Plan als Linie OF-45 (blau) und OF-46 (rot) markiert - soll nach den Vorstellungen der Planer auch durch den Seewald, den Urberacher Süden und den Breidert fahren.

Rödermark ‐ Stadtbus - wichtiger Standortfaktor oder subventionierter Luxus? In Rödermark streiten Kommunalpolitiker über öffentlichen Personennahverkehr, der mit städtischen Geld finanziert wird. Von Michael Löw

Ein Stadtbus würde den Breidert und große Teile Urberachs besser ans regionale Bus- und Bahnnetz anschließen und den Schülerverkehr in den normalen RMV-Fahrplan integrieren, die Stadt aber jährlich rund 150 000 Euro an Subventionen für den Betrieb kosten.

Die Planer der IG Dreieichbahn (IGDB) und der Kreisverkehrsgesellschaft (KVG) haben mehrere Varianten untersucht. Folgenden Vorschlag erläuterten sie dem Baususschuss im Detail:

  • Der Stadtbus soll eine Urberacher und eine Ober-Röder Linie bedienen.
  • Er soll täglich zwischen 6 und 20 Uhr fahren, im Stundentakt verkehren und in den Tarif des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) integriert werden.
  • Die bislang getrennten Schulbusse würden Teil des Stadtbusnetzes.
  • Die Fahrpläne würden mit denen von Dreieich- und S-Bahn abgestimmt werden.
  • Die Angebote der Buslinien U und OF-95 bleiben wie sie sind.
  • Waldacker würde nicht an den Stadtbus angeschlossen, weil die Linie OF-95 dort oft genug hält. Auch die Bulau bliebe außen vor: Dort leben zuwenig potenzielle Kunden. Ob der „Bienengarten“ angehängt werden kann, wollen IGDB und KVG prüfen.
  • Außerhalb der Schülerbeförderung werden Midi-Busse eingesetzt.

IGDB-Geschäftsführer Axel Müller bezifferte die jährlichen Kosten dieses Rödermark-Busses auf 626 000 Euro.. Abzüglich aller Zuschüsse, Einnahmen aus dem Fahrkartenverkauf und einer Betriebskostenbeteiligung der KVG bliebe an der Stadt ein Defizit von 153 600 Euro hängen.

Kämmerer Alexander Sturm befürchtete weit höhere Subventionen: In Müllers Berechnungen seien weder die Kosten für Werbung noch für die neuen Haltestellen in den Wohngebieten enthalten. Er geht von mindestens weiteren 35 000 Euro Miesen im Jahr aus.

„Der öffentliche Personennahverkehr ist ein Standortfaktor erster Güte, also eine nötige Infrastrukturmaßnahme und keine freiwillige Leistung“, warb hingegen Bürgermeister Roland Kern nachdrücklich für den Stadtbus.

Quelle: op-online.de

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