Nach Testphase

Stadtbus auf dem Prüfstand

Rödermark - Trotz eines leichten Anstiegs der Fahrgastzahlen auf etwa 200 am Tag kommt der Stadtbus auf den Prüfstein. Der Magistrat hat eine entscheidungsoffene Vorlage mit zwei Varianten ausgearbeitet.

Variante A sieht vor, den Stadtbus (OF 45 und 46) von zwei auf eine Linie zu beschränken. Diese würde ab Bahnhof Urberach über das Seewaldgebiet nach Messenhausen bis zum Bahnhof Ober-Roden fahren und auf einige bisherige Haltestellen in den Stadtteilen weitgehend verzichten. Variante B wäre ein reiner Schülerbus, dessen Fahrplan abgestimmt ist auf die Schulanfangs- und endzeiten.

Bisher kostet die Stadt der Stadtbusbetrieb 135.000 Euro im Jahr. Variante A wäre für etwa 112.000 Euro zu haben, Variante B sogar kostenlos. Dies allerdings nur unter der Voraussetzung, dass ausschließlich Schüler den Bus nutzen dürfen, deren Fußweg zur Schule drei Kilometer lang wäre. In diesem Fall müsste der Kreis Offenbach die Schülertransportkosten übernehmen. Die Stadt Rödermark wäre außen vor.

Sollten hingegen grundsätzlich alle Schüler den Bus nutzen dürfen, wäre deren Beförderung gemäß bestehender Richtlinien Sache der Stadt. Bedeutet: rund 63 500 Euro jährlich.

Bürgermeister Roland Kern betonte gestern vor der Presse, dass eine Entscheidung frühestens in der Stadtverordnetenversammlung im Oktober getroffen werde. Auch sei möglich, die Varianten durch Zusatzangebote aufzupeppen.

Der Stadtbus fährt in Rödermark seit 6. August 2012 in einem Probebetrieb, der bis Ende 2014 läuft. Die Stadt hat mit dem Busunternehmen Hain und der Kreisverkehrsgesellschaft entsprechende Verträge geschlossen. Von Beginn an gibt es um das Angebot Diskussionen. Von leeren „Geisterbussen“, die „hauptsächlich Luft durch die Gegend fahren“ ist immer wieder die Rede. Die FDP wollte aus Kostengründen das Experiment schon stoppen. Und im städtischen Haushaltskonsolidierungskonzept zählt der Stadtbus ab 2015 zu jenen 160 Maßnahmen, die gekürzt werden könnten, um die Finanzen zu sanieren.

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Umstritten ist der Stadtbus auch in der Nachbarstadt Dietzenbach. Dort rollen die Stadt- und Schulbusse nach dem jüngsten Beschluss der Stadtwerke zwar weitere zwei Jahre. Allerdings wird der Samstagsverkehr zum Fahrplanwechsel im Dezember eingestellt.

bp

Quelle: op-online.de

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