Neuer Stadtrat für Rödermark

Stadtrats-Wahl reine Formsache?

Rödermark - Die Wahl eines neuen Ersten Stadtrats ist der wichtigste Punkt der Stadtverordnetensitzung am Dienstag, 7. Mai. Die Sitzung beginnt um 19.30 Uhr im Mehrzweckraum der Halle Urberach. Von Michael Löw

Einziger Kandidat ist bisher Jörg Rotter (CDU), der von der schwarz-grünen Koalition nominiert worden ist. Jörg Rotter (38) ist seit gut zwei Jahren ein über Parteigrenzen anerkannter Vorsteher der Stadtverordnetenversammlung. Er wurde schon lange als Nachfolger von Alexander Sturm gehandelt. Der kündigte im Januar an, dass er nach dem Ende seiner zweiten Amtszeit (30. Juni) nicht noch einmal antritt. Am 8.  April nominierten CDU und AL Jörg Rotter und setzten ihren Koalitionsvertrag aus dem Sommer 2011 in die Tat - sprich: in handfeste Personalpolitik - um.

Das von der Opposition angekündigte Bürgerbegehren, das die teure Stadtrats-Stelle streichen wollte, war für Schwarz-Grün allenfalls ein Störfeuer. Es scheiterte an Formalien, die Bürgermeister Roland Kern und die Parlamentsmehrheit erfolgreich ins Feld führten, und an handwerklichen Fehlern seiner Initiatoren. SPD, FDP und Freie Wähler werfen CDU und AL seither juristische Spitzfindigkeiten auf Kosten der Demokratie vor. Die Koalition kontert: „blanker Populismus“.

Wahl ist reine Formsache

Theoretisch ist Jörg Rotters Wahl eine reine Formsache, denn die ihn unterstützenden Parteien haben 29 der 39 Stadtverordnetenmandate. Ob Rotter aber exakt diese 29 Stimmen bekommt, ist offen. Vorstellbar ist einerseits ein besseres Ergebnis, weil sich erste Oppositionsabgeordnete im kleinen Kreis vom Bürgerbegehren distanzierten und in großer Runde betonten, das Begehren habe sich ja ohnehin nie gegen die Person Jörg Rotter gerichtet. Denkbar ist aber auch folgende Variante: Einige grüne Stadtverordnete stimmen bei der geheimen Wahl mit „Nein“. Denn ein Erster Stadtrat Jörg Rotter wäre ein veritabler CDU-Bürgermeisterkandidat, wenn Roland Kern im Sommer 2017 in den Ruhestand geht. Diesen Amtsbonus gönnt vielleicht nicht die ganze AL-Fraktion dem Christdemokraten.

Doch das sind reine Spekulationen. Die AL hat sich seit Sommer 2011 als verlässlicher Koalitionspartner der CDU erwiesen. Sie hat viele unpopuläre Entscheidungen wie die Erhöhung der Kindergartengebühren oder der Grundsteuer im Februar dieses Jahres mitgetragen und dafür auch viel Kritik einstecken müssen.

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Quelle: op-online.de

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