Nachbarn ist kleiner immer noch zu groß

Stadtverordnete beraten über Bebauungsplan der Tanzsporthalle

Ober-Roden - Die Gegner einer größeren Tanzsporthalle gehen in die Offensive. In einem Brief an die Partei- und Fraktionsvorsitzenden erläutern sie nochmals ihre Einwände gegen eine Erweiterung. Falls die Halle trotz des Widerstands ausgebaut wird, fordern sie harte Auflagen. Die Stadtverordnetenversammlung entscheidet diese Woche über einen Bebauungsplan für das Grundstück des Tanzsportclubs (TSC). Von Michael Löw 

„Ein internationales Tanzsportzentrum ist an diesem Ort einfach falsch angesiedelt“, kritisiert die „Initiative für lebenswertes Wohnen in der Plattenhecke“ auch die abgespeckten Pläne des Tanzsportclubs (TSC) Rödermark. Der will seine Halle in der Plattenhecke durch einen L-förmigen Anbau erheblich vergrößern. Zwar sind die ursprünglichen Pläne aus dem Sommer 2013 - Erweiterung von 350 auf 950 Quadratmeter und Tanzen rund um die Uhr - vom Tisch. Doch auch die kleinere Variante ist den Nachbarn zu groß.

„Leistungszentrum an den Stadtrand“

Die Stadtverordnetenversammlung diskutiert diese Woche über einen sogenannten „Vorhabenbezogenen Bebauungsplan“ für das Grundstück In der Plattenhecke 2a. Dieses beschleunigte Verfahren soll die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die größere Tanzsporthalle schaffen. Der Magistrat befürwortet die Pläne des TSC-Vorstandes: Die Erweiterung sei maßvoll, ein vom Verein in Auftrag gegebenes Schallschutzgutachten sehe nachbarschaftsverträgliche Lärmbelästigungen, steht in der Begründung der Vorlage fürs Parlament.

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Johann Feith, Wilhelm Deelmann und Günther Bügler befürchten jedoch eine Verschlechterung der Wohnqualität in dieser Ecke des Breidert durch den Krach von Veranstaltungen und zugeparkte Straßen und einen Wertverlust ihrer Häuser in Tulpen- und Lilienstraße. Die Erweiterung macht die TSC-Halle ihrer Ansicht nach zu einem internationalen Leistungszentrum. Und das habe an dieser Stelle nichts verloren. „So was gehört an den Stadtrand“, sagt Johann Feith. Als Alternativen schlug die Initiative die frühere Eissporthalle sowie Grundstücke neben dem alten Ober-Röder Gaswerk und am MTV-Gelände in Urberach vor.

Sollte das Parlament dem „Vorhabenbezogen Bebauungsplan“ zustimmen - und danach sieht"s nach der Beratung in den Ausschüssen aus - fordern die Nachbarn strenge Auflagen. Einige Beispiele: Der Schallschutzhang zu den Gärten in der Lilienstraße müsse inklusive alle Bäume und Büsche erhalten bleiben. In die Halle sollen alle „heute machbaren Schalldämmungen“ eingebaut werden, eine automatische Lautstärkenmessung wie in der Kelterscheune soll die Musik regeln. Generell soll um 21.30 Uhr Schluss sein. Außerdem wollen die Nachbarn private Feiern wie Geburtstage, Hochzeiten und Firmenfeste verbieten und Großveranstaltungen wie jetzt das Adventsturnier auf zwei Stück pro Jahr begrenzen. Einwände und Auflagen verschickten sie jetzt per E-Mail an die Partei- und Fraktionsvorsitzenden.

Bügler, Deelmann und Feith kritisieren zudem, dass die TSC-Vorsitzende Cornelia Straub und Bürgermeister Roland Kern stets den Eindruck erweckten, die Nachbarn seien in die Planung eingebunden gewesen. Es habe zwar Anhörungen wie zuletzt am 6. September gegeben. Doch von Hilfe des Magistrats für die Nachbarn haben die Ausbaugegner nichts gespürt. „Wir sind abgeputzt worden“, beklagt Wilhelm Deelmann das Gegenteil. Die Aussage vieler Politiker, keine Erweiterung gegen den Widerstand der Nachbarn, gelte nicht mehr.

Bürgermeister sieht Vorteile für alle

Bürgermeister Roland Kern sieht dagegen die Interessen der Anlieger gewahrt. Schon vor dem September-Termin habe es zahlreiche Besprechungen zwischen ihnen und Magistrat oder Verwaltung gegeben. Das jetzt zur Diskussion stehende Bebauungsplan-Verfahren sichere die (Widerspruchs-)Rechte der Nachbarn. Die vorgeschriebene Beteiligung der Öffentlichkeit und aller Träger öffentlicher Belange soll ein Ergebnis bringen, das für alle Beteiligten eine Verbesserung bedeutet, sagt der Verwaltungschef: Bessere Trainings- und Betriebsbedingungen sind in seinen Augen die Vorteile für den Verein. Die Nachbarn würden vom wirksamen Schallschutz, einer Verbesserung der Verkehrssituation durch die Verdopplung der Parkplätze sowie einer Beschränkung der Betriebszeiten profitieren.

Bilder: Sitzung der TS Ober-Roden

Quelle: op-online.de

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